Prof. Alexander Sahoo


Professur für Grundlagen der Gestaltung

Kunst und Design
Aktuelle Kurse

  • Linien unterwegs in die dritte Dimension
    Gestalterische Übung
    Kurs Nr.: ID.BA.EG2.11
    Semester: SS 2021

    In der Mathematik haben Linien keine Ausdehnung. In der materiellen Welt gibt es nichts ohne Ausdehnung. Am meisten vertraut sind uns Linien aus Grafit oder Tinte auf Papier. Sie bewegen sich auf der Fläche, sozusagen im „zweidimensionalen Raum“. Welche weiteren Möglichkeiten aber ergeben sich für Linien im „dreidimensionalen Raum“? Wir arbeiten mit linearen Materialien beispielsweise Draht und erkunden Möglichkeiten sowie skulpturale Qualitäten von Linien im Raum. Parallel zur eigenen Entwurfstätigkeit suchen wir nach Beispielen von Produkten die nur aus Draht gemacht sind und analysieren diese.
  • Buchstaben – Typen – Formen
    Gestalterische Übung
    Kurs Nr.: ID.BA.EG2.42
    Semester: SS 2021

    Wir werden Buchstaben genauer unter die Lupe nehmen und ihre Formelemente begreifen. In einzelnen Übungen untersuchen wir die Buchstaben auf geometrische Beschaffenheit, Teilbarkeit, Modularität, Symmetrie, Maßstab, Ausschnitt, Proportion, und Komposition. Aus diesen formalen Untersuchungen entwickeln wir dann eine Vielzahl eigener Formkompositions-Varianten und finden dafür geeignete Materialisierungen.
  • Experimente zu Farbverläufen im Siebdruck (Serigrafie)
    Workshop / Techn. Einweisung
    Kurs Nr.: ID.BA.EG1.11
    Semester: WS 2021/22

    Das Siebdruck Verfahren bietet eine Reihe von verschiedenen Techniken der Farbmischung. Wir werden experimentell und praktisch Möglichkeiten erkunden Farbverläufe herzustellen. Insbesondere werden wir dem Irisdruck erproben. Dazu beschäftigen wir uns mit Farbsystemen und den dazugehörigen Parametern (Farbton, Sättigung, Helligkeit). Aus diesen Grundlagen heraus entwickeln und realisieren wir Serigrafien.
  • Mobiliar für den Gemeinschaftsgarten (Vertiefung)
    Gestalterische Projektarbeit
    Kurs Nr.: ID.BA.GP.04
    Semester: WS 2021/22

    Dieses Projekt findet in Kooperation mit dem studentisch initiierten Gartenprojekt statt. Im Vertiefungsteil des Projektes (Gestalterisches Projekt) geht es um die Auswahl von Entwürfen welche konkreter verfeinert und bis zur Alltags-Benutzungsreife ausdetailliert werden. Die ausgearbeiteten Entwürfe werden dann in Lärche / Douglasie (voraussichtlich Terrassendielen Produktionsausschuss) ausgeführt. In diesem zweiten Teil des Kurses werden wir das für den Garten gewünschte Mobiliar in der benötigten Stückzahl produzieren. Auch in diesem Projekt werden uns weiterhin die Ideen von „Arbeiten als Kollektiv“, „Gemeinwohl“, Allmende, und „Schenkkultur“ begleiten. Es geht also nicht um meinen Entwurf, den ich dann mit Nachhause nehme sondern um unsere Entwürfe die wir für den Gemeinschaftsgarten entwickeln und herstellen. Auch die Studierenden- und Lehrendengenerationen nach uns sollen sich daran noch erfreuen können (so wie wir uns bis heute beispielsweise am „Café Lu“ erfreuen).
  • Mobiliar für den Gemeinschaftsgarten (Grundlagen)
    Gestalterische Projektarbeit
    Kurs Nr.: ID.BA.KP.04
    Semester: WS 2021/22

    Dieses Projekt findet in Kooperation mit dem studentisch initiierten Gartenprojekt statt. Im ersten Teil des Kurses (Kurzprojekt) entwerfen wir eine Reihe alternativer -Entwürfe von unterschiedlichem Gartenmobiliar. Wir werden möglichst viele Modelle direkt im Maßstab 1:1 herstellen und ausprobieren. Die Fertigung der Möbel soll unter Verwendung von einfachsten Mitteln und Werkzeugen geschehen (Akkuschrauber, Japansäge, Schrauben) und damit autarkes, unmittelbares Experimentieren aus dem Machen heraus ermöglichen. Mit Hilfe dieser Vorstudien erkunden wir die statisch-konstruktiven, funktionalen, ergonomischen sowie ästhetischen Anforderungen im direkt erfahrbaren Experiment. Als Material verwenden wir Holzproduktions-Ausschuss-Profile. Weitere wichtige Aspekte der Auseinandersetzung in dem Kurs sind: Arbeiten als Kollektiv, Gemeinwohl, Allmende und Schenkkultur.
  • Dinge aus Draht: Prototypen für den alltäglichen Gebrauch (Vertiefung)
    Gestalterische Projektarbeit
    Kurs Nr.: ID.BA.GP.02
    Semester: SS 2022

    In diesem Kurs vertiefen wir unsere Kenntnisse und Fertigkeiten Draht & Rundmaterial zu Verformen und zu Fügen. Wir widmen wir uns dem Entwurf und Prototypenbau von komplexeren Gegenständen wie z.B. (Sitz-)Möbel.
  • Dinge aus Draht: Prototypen für den alltäglichen Gebrauch (Einführung)
    Gestalterische Projektarbeit
    Kurs Nr.: ID.BA.KP.04
    Semester: SS 2022

    In diesem Kurs werden wir unterschiedliche manuelle und Computer gesteuerte Techniken der Draht / Rundmaterial Verformung kennenlernen. Dazu verwenden wir unterschiedliche Zangen, Biegevorrichtungen, und unsere CNC Drahtbiegemaschine (https://www.pensalabs.com/diwire-pro). Mit Hilfe von Punktschweißen können sich kreuzende Drähte auf einfache und saubere Art aneinander gefügt werden. Im Einführungskurs wird jede*r Teilnehmer*in drei Gegenstände mit steigender Komplexität entwerfen und herstellen.
  • Bauklötze Staunen!
    Gestalterische Übung
    Kurs Nr.: ID.BA.EG2.42
    Semester: SS 2022

    In aufeinander aufbauenden Übungen beschäftigen wir uns mit Teilungen, Proportionen, Kombinationen, Modularität, 2.- und 3. Dimensionalität. Mit diesen Grundlagen entwerfen und realisieren wir Bauklötze.

Vita

Alexander Sahoo (geb. Bošnjak) wurde 1968 in München geboren. In seiner Jugend war er Gründungsmitglied der Gruppe "Multi-Media-Müll", die Sperrmüll sammelte, in Einzelelemente zerlegte, analysierte und zu neuen Produkten zusammenfügte. Die erste Ausstellung mit dem höchst anspruchsvollen Titel "Gebrauchsgegenstände zur Erweiterung des künstlichen Konsumgesellschaftskreislaufes" in der "Galerie zur Bewusstmachung entropischer Prozesse" lieferte die Initialzündung für eine Berufslaufbahn als Designer.

Nach einem einjährigen Aufenthalt in einer alternativen Lebensgemeinschaft in den USA, wurde er Gasthörer an der HdK Berlin, besuchte dann die Fachoberschule für Gestaltung in München und schloss eine Berufsausbildung zum Gürtler ab (Messing verarbeitendes Handwerk). Er studierte Produktgestaltung an drei Orten: In Schwäbisch Gmünd erwächst unter Prof. Knauer die Liebe zu den Grundlagen der Gestaltung. In Offenbach am Main entwickelt er sein Verständnis für Produktsemantik. Ins indische Ahmedabad treibt ihn die Frage, welche Dinge man wirklich braucht. Während des Studiums absolvierte er darüber hinaus ein Praktikum bei Nick (Hans) Roericht in Ulm.

Nach dem Studium war er zunächst als fest angestellter Produktgestalter beim Taipei Design Center Düsseldorf tätig, anschließend als selbständiger Partner bei Komar Design. Von 2001-2005 war er als integrierte Fachkraft des CIM (GTZ) in Indien tätig, wo er an zwei Instituten lehrte, entwickelte und wirkte: Am National Institute of Design, Ahmedabad, war er als Fakultätsdozent tätig, am Indian Institute of Technology, Guwahati, als Assistant Professor. Daneben lehrte er als Gastdozent am Design Programme des Indian Institute of Technology, Kanpur. Er wurde mit mehreren Designpreisen ausgezeichnet und hat ein Patent für ein kinematisches Modul.

Seit 2006 ist er Professor für Grundlagen der Gestaltung an der HfK Bremen, wo er in den Bereichen zwei- und dreidimensionale Grundlagen sowie Semantik und Farbe unterrichtet und forscht.

Lehre

Die "Grundlagen der Gestaltung" stellen weder ein existierendes fertiges Wissen noch bestimmte Fertigkeiten dar. Es geht vielmehr darum, den Lernenden zum selbständigen Forschen im Bereich der Formentwicklung zu befähigen.

Von einer vorgegebenen Aufgabenstellung ausgehend werden unterschiedlichste Formmöglichkeiten in verschiedene Richtungen erkundet. Dazu muss der Studierende seine eigene Fragestellung formulieren. Das bedeutet, einen kleinen exemplarischen Bereich aus der unendlichen Anzahl aller möglichen Formen auszuwählen. Diesen Ausschnitt eines Möglichkeitsraumes gilt es nun zu erkunden und gestalterisch bis ins Detail auszuformulieren, d.h. anhand von Modellen und Zeichnungen begreifbar und sichtbar zu machen. Ziel ist es, selbständig Vorgehensweisen zu entwickeln, um eine Abfolge von sich aufeinander beziehenden Formen zu generieren. Außerdem soll das Empfindungsvermögen trainiert werden, diese Formen auf ästhetischer Ebene miteinander vergleichen zu können.

Dabei ist es wichtig, die Fähigkeit eines fortwährenden Hin-und-Her-Oszillierens zwischen spielerisch intuitivem und rational analytischem Vorgehen zu schulen. Oft ist es der spielerische Modus, der Breite erzeugt und der analytische, welcher Tiefe ermöglicht. Natürlich gilt es, auch das für die Formbeschreibung notwendige Vokabular zu erlernen und die damit verbundene Formvorstellung zu erweitern und zu vertiefen.

Internationale Konferenzvorträge

  • "Rational form development", Architectural Think Tank am Department of Architecture, National University of Singapore, 2004
  • "Teaching form generation principles", Internationale Konferenz "Design Education: Tradition and Modernity" am National Institute of Design, Ahmedabad, Indien, 2005
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