Prof. Dr. Annette Geiger

Annette Geiger ist Professorin für Theorie und Geschichte der Gestaltung

Professur für Theorie und Geschichte des Designs

Kunst und Design
Aktuelle Kurse

  • Die Welt als Entwurf: Social Design & Critical Design
    Seminar
    Kurs Nr.: ID.BA.T2.23
    Semester: SS 2021

    Die heute aktuellen, aber nicht gerade eindeutigen Begriffe „Social Design“ und „Critical Design“ zwingen uns, die Grundlagen des Designs zu überdenken: Worin sei Gestaltung eigentlich sozial? Können Dinge kritisch sein bzw. Kritik formulieren? Gibt es rebellisches Design, das uns nicht gefügig und konsumhörig macht? Von humanitärem Engagement über nachhaltige Gesellschaftsplanung bis hin zur buchstäblichen Rettung der Welt wird von den Designer*innen des 21. Jahrhunderts allerlei erwartet. Vermag die Gestaltung dem überhaupt Stand zu halten? Wir wenden uns zunächst den Begründern des Social Design Gedankens zu (z.B. Lucius Burckhardt, Victor Papanek, Otto Neurath) erweitern dies um Fragen der Kapitalismus- und Gesellschafts-Kritik insbesondere zu „race, class, gender“ – jeweils im Hinblick auf die angewandte Designpraxis. Anschließend betrachten wir zeitgenössische Designpositionen des Spekulativen Designs bzw. des Critical Designs, z.B. von Martí Guixé bis Dunne&Raby, von Maker Culture zu Urban Farming, von Commoning zu Ethical Fashion u.a. Im Rahmen dieser Einführung in die heutigen Designdiskurse können weitere, von euch vorgeschlagene Themen in den Referaten vertieft werden. Der Kurs wendet sich vor allem an die BA 2. Semester, Studierende aller anderen BA/MA-Semester sind auch willkommen.
  • Vertiefungsseminar Theorie BA + MA ID
    Workshop
    Kurs Nr.: ID.BA.VWT.04
    Semester: SS 2021

    Ganz gleich welche Schwerpunkte ihr habt (Grafik, Typografie, Illustration, Mode, Produkt, Foto, Film oder gänzlich „integriert“) - ihr könnt diesen Kurs besuchen, um die Theorieteile eurer BA- und MA-Arbeiten vorzubereiten und zu vertiefen. Die Kursinhalte richten sich nach euren Fragen, Wünschen und Bedürfnissen. Es geht z. B. um: Was ist mein Thema? Am Anfang des Semesters starten wir mit einer Beratung zur genauen Eingrenzung und Formulierung des BA/MA-Themas (Titel und Text für die Anmeldung). Was ist ein Text? Danach erörtern wir nochmals die wichtigsten Techniken des Recherchierens und Textens in einer „Schreibwerkstatt“ - mit dem Schwerpunkt auf dem essayistisch-wissenschaftlichen Arbeiten. Ihr stellt eure Themen in der Gruppe vor und erarbeitet erste Gliederungsideen. Was ist mein Text? In der zweiten Hälfte des Semesters werden wir verstärkt auf die individuellen Themen eingehen (z. B. auch in Einzelgesprächen). Erste Leseproben zur Einleitung können vorgetragen werden. Zum Ende des Semesters soll die Struktur eures Theorieteils stehen, so dass ihr ihn anschließend ausarbeiten könnt.
  • Interkulturelle Ästhetik: Vom Lachen der Bösen Bilder
    Seminar
    Kurs Nr.: AWi
    Semester: SS 2021

    Die europäische Kultur hat schon früh einen Unterschied gemacht zwischen „guten“ und „bösen“ Bildern. In der Folge Platons zeugen z.B. die christlichen Bilderverbote davon. Bis heute resultiert daraus der Unterschied von High & Low Art, von apollinischer und dionysischer Ästhetik. Hochkunst sei immer ernsthafte Bildung, niedere Kultur dagegen nur Unterhaltung? Weit gefehlt! Seit der Antike haben gerade die populären Künste eine reiche Kultur an bizarren Grotesken und ambivalenten Fantasien hervorgebracht, zwischen Rausch und Wahn, Monströsem und Dämonischem, Grauen und Grausen vermittelnd. Diese „bösen Bilder“ sollen uns aber auch zum Lachen bringen, als Horror wie als Witz haben sie eine kathartische, gar therapeutische Funktion. Ob in schaurigen Mythen, gruseligen Märchen, bissigen Satiren, lustigen Cartoons, absurden Zombie- oder Horrorfilmen – stets packen uns die Motive in ihrer „Beziehung zum Unbewussten“ wie Freud sagen würde. Das einzige Mittel gegen die Angst ist der Witz, weil er Distanz schafft. Träume und Ängste, Horror und Abscheu verbinden alle menschlichen Kulturen weltweit, daher können wir ohne den Ballast des westlichen High-Art-Denkens viel besser in die Bilderwelten anderer Länder schauen: Gerade in den Low Arts kann sich ein Austausch der ästhetischen Kulturen ergeben, der sich um das Hegemoniedenken überholter Kunstdiskurse nicht mehr kümmern muss. Wir untersuchen Geschichten und visuelle Umsetzungen aller Art – Malerei und Zeichnung, Illustration und Animation, Fotografie und Film – in ihren interkulturellen Motiven und Memen. Das Seminar findet in Zusammenarbeit mit dem Illustrations-Kurs „The Augmented Abject“ von Samuel Nyholm statt, er ist aber offen für Interessierte aus allen Semestern und Studiengängen.
  • Einführung in die Design- und Kulturgeschichte
    Vorlesung mit Übung
    Kurs Nr.: ID.BA.T1.1
    Semester: WS 2021/22

    Vorlesung mit Prof. Dr. Annette Geiger: "Einführung in die Design- und Kulturgeschichte" Die Vorlesung vermittelt ein fundiertes Überblickswissen zur Kultur- und Designgeschichte des 20. Jahrhunderts bis heute. Wir diskutieren dabei auch, wie die Geschichte der Gestaltung überhaupt gedacht werden kann: Was soll sie eigentlich umfassen? Wann begann Design? Was ist überhaupt Design? Denn in der Literatur trifft man häufig auf recht „verstaubte“ Auffassungen zu diesen Fragen. Themen der Vorlesung: Was ist Design? Begriff & Kritik Design als Reformbewegung der Gesellschaft Das Bauhaus: Kathedrale der Künste Europäische Avantgarden: Von Dada, De Stijl, Futuristen und Konstruktivisten Design als Propaganda: Von der NS-Gestaltung zu „Fake News“ Widersprüche der Nachkriegszeit: Nierentisch & HfG Ulm - vom Mythos des Funktionalen Aktuelle Design-Konzepte und ihre Hintergründe: Social Design, Critical Design, Spekulatives Design etc. Zur Vorlesung gehört die begleitende Übung zum Wissenschaftlichen Arbeiten bei Xiju Yang. Sie zielt auf das Anfertigen einer Hausarbeit zu einem selbst gewählten Thema. Interessierte aus höheren Semestern (BA oder MA) können die Vorlesung auch ohne diese Übung als Seminar besuchen (dann 3 CP mit Hausarbeit). Übung mit Xiju Yang: "Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten" In dieser Übung nähern wir uns dem wissenschaftlichen Arbeiten für Referate, Seminararbeiten, Gestaltungsprozesse und Co. anhand von realen Fallbeispielen und Übungen. Was bedeutet "wissenschaftliches Arbeiten"? Wie finde ich mein Thema und wie bereite ich es nachvollziehbar auf? Woher bekomme ich meine Informationen? Was ist eine Quelle und welche darf/soll ich nutzen oder nicht? Wie zitiere ich richtig? Darf ich meine eigene Meinung äußern oder nicht? Warum brauche ich das alles überhaupt? Dieses und mehr besprechen und üben wir zusammen in diesem Kurs.
  • Das erzählende Bild 2
    Seminar
    Kurs Nr.: AWi
    Semester: WS 2021/22

    Die heutigen Bildwissenschaften blicken oft auf Bilder um herauszufinden, was diese repräsentieren: Es wird z.B. gefragt, ob Bilder der Wirklichkeit ähnlich sehen können und ob sie in Wissenschaft und Forschung dazu beitragen, das Richtige zu denken und darzustellen? Dabei hat die Gestaltung nur ein dienendes Verhältnis gegenüber dem Wissen. Bilder, so möchte das Seminar zeigen, leisten aber noch etwas anderes: Sie unterhalten uns, indem sie Geschichten erzählen. Dabei dient das Bild nicht der Information, es ermöglicht vielmehr Fiktion und Narration, Illustration und Animation. Dies leisten komplex erzählte Bildergeschichten (vom Comic zum Film) ebenso wie Einzelbilder (Fotos, Zeichnungen, Cartoons), die uns anregen ganze Storylines in sie hineinzuprojizieren. Die unterhaltende Funktion von Bildern, uns durch Komik und Überzeichnung, durch spannende Plots und Pointen, zu einem neuen Sehen der Welt, einer neuen (Selbst)Wahrnehmung sowie tiefen philosophischen wie auch tiefenpsychologischen Erkenntnissen zu bringen, geht historisch weit zurück. Sie ist in allen Kulturen vorhanden und macht auch keinen Unterschied zwischen High&Low: in Kunst und Design gilt gleichermaßen, dass sie nur dann "gut" sind, wenn sie irgendwie Witz haben. Das Seminar will zeigen, dass nicht nur "High Art", sondern auch "Low Comedy" ein ästhetisches Medium der Erkenntnis ist: Wir brauchen viel Witz, um unsere conditio humana zu verstehen. Humor ist somit kein Zeitvertreib, kein Luxusphänomen übersättigter Gesellschaften, sondern eine ernste Angelegenheit, wenn man das Kunst- und Kulturschaffen des Homo Sapiens verstehen will: überall, wo der Mensch erfolgreich Ideen generiert und verbreitet hat, wurden Geschichten erzählt. Ob es Mythen oder Religionen waren oder Philosophie und Wissenschaft - immer basiert es auf Narrativen, die weitergegeben und erinnert werden können. Der Kurs wendet sich an Interessierte aller Semester und Studiengänge, er findet insbesondere in Zusammenarbeit mit Kati Barath, Samuel Nyholm und Olav Westphalen statt.
  • Vertiefungs-Workshop Theorieteil für BA und MA-KandidatInnen
    Workshop
    Kurs Nr.: ID.BA.VWT.04
    Semester: WS 2021/22

    Ganz gleich welche Schwerpunkte ihr habt (Grafik, Typografie, Illustration, Mode, Produkt, Foto, Film, Raum, Performance oder gänzlich „integriert“) – ihr könnt diesen Kurs besuchen, um die Theorieteile eurer BA- und MA-Arbeiten vorzubereiten und zu vertiefen. Die Kursinhalte richten sich nach euren Fragen, Wünschen und Bedürfnissen. Es geht z. B. um: Was ist mein Thema? Am Anfang des Semesters starten wir mit einer Beratung zur genauen Eingrenzung und Formulierung des BA/MA-Themas (Titel und Text für die Anmeldung). Was ist ein Text? Danach erörtern wir nochmals die wichtigsten Techniken des Recherchierens und Textens in einer „Schreibwerkstatt“ – mit dem Schwerpunkt auf dem essayistisch-wissenschaftlichen Arbeiten. Ihr stellt eure Themen in der Gruppe vor und erarbeitet erste Gliederungsideen. Was ist mein Text? In der zweiten Hälfte des Semesters werden wir verstärkt auf die individuellen Themen eingehen (z. B. auch in Einzelgesprächen). Erste Leseproben zur Einleitung können vorgetragen werden. Zum Ende des Semesters soll die Struktur eures Theorieteils stehen, so dass ihr ihn anschließend ausarbeiten könnt.
  • Das erzählende Bild 1
    Seminar
    Kurs Nr.: AWi
    Semester: WS 2021/22

    Die heutigen Bildwissenschaften blicken oft auf Bilder um herauszufinden, was diese repräsentieren: Es wird z.B. gefragt, ob Bilder der Wirklichkeit ähnlich sehen können und ob sie in Wissenschaft und Forschung dazu beitragen, das Richtige zu denken und darzustellen? Dabei hat die Gestaltung nur ein dienendes Verhältnis gegenüber dem Wissen. Bilder, so möchte das Seminar zeigen, leisten aber noch etwas anderes: Sie unterhalten uns, indem sie Geschichten erzählen. Dabei dient das Bild nicht der Information, es ermöglicht vielmehr Fiktion und Narration, Illustration und Animation. Dies leisten komplex erzählte Bildergeschichten (vom Comic zum Film) ebenso wie Einzelbilder (Fotos, Zeichnungen, Cartoons), die uns anregen ganze Storylines in sie hineinzuprojizieren. Die unterhaltende Funktion von Bildern, uns durch Komik und Überzeichnung, durch spannende Plots und Pointen, zu einem neuen Sehen der Welt, einer neuen (Selbst)Wahrnehmung sowie tiefen philosophischen wie auch tiefenpsychologischen Erkenntnissen zu bringen, geht historisch weit zurück. Sie ist in allen Kulturen vorhanden und macht auch keinen Unterschied zwischen High&Low: in Kunst und Design gilt gleichermaßen, dass sie nur dann "gut" sind, wenn sie irgendwie Witz haben. Das Seminar will zeigen, dass nicht nur "High Art", sondern auch "Low Comedy" ein ästhetisches Medium der Erkenntnis ist: Wir brauchen viel Witz, um unsere conditio humana zu verstehen. Humor ist somit kein Zeitvertreib, kein Luxusphänomen übersättigter Gesellschaften, sondern eine ernste Angelegenheit, wenn man das Kunst- und Kulturschaffen des Homo Sapiens verstehen will: überall, wo der Mensch erfolgreich Ideen generiert und verbreitet hat, wurden Geschichten erzählt. Ob es Mythen oder Religionen waren oder Philosophie und Wissenschaft - immer basiert es auf Narrativen, die weitergegeben und erinnert werden können. Der Kurs wendet sich an Interessierte aller Semester und Studiengänge, er findet insbesondere in Zusammenarbeit mit Kati Barath, Samuel Nyholm und Olav Westphalen statt.

Vita

Annette Geiger ist Professorin für Theorie und Geschichte der Gestaltung.
Sie studierte Kunst-, Kultur-, und Kommunikationswissenschaften in Berlin, Grenoble und Paris. Ihre Promotion "Urbild und fotografischer Blick" schloss sie am kunsthistorischen Institut der Universität Stuttgart ab. Anschließend lehrte sie an Hochschulen in Paris, Berlin und Darmstadt. Heute forscht sie über die Kulturen des Ästhetischen zwischen Kunst, Design und Alltag (Zeichen/Dinge, Bilder/Medien, Räume/Orte, Körper/Kleider). Die Frage nach den Spielräumen des Gestaltens, des Ambivalenten und Diversen im Design, steht dabei ebenso im Zentrum wie das Interesse an Diskurs und Kritik.

Publikationen (als Herausgeberin)

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