Prof. Beat Brogle

Seit 2015 ist Beat Brogle Professor für bewegtes Bild an der Hochschule für Künste Bremen.

Professur für Bewegtes Bild / Professionalisierung

Kunst und Design
Aktuelle Kurse

  • „Du bist immer ein Genie“* - Improvisation
    Gestalterische Projektarbeit
    Kurs Nr.: ID.BA.IP.11
    Semester: SS 2021

    Ausgangspunkt für erfolgreiches Improvisieren ist ein stabiles Selbstbewusstsein. Um zu improvisieren, muss man dem Moment vollends vertrauen, daran glauben etwas ohne Vorbereitung, aus dem Stegreif dar- oder herzustellen. *Tipp Nr. 29 Jack Kerouac’s 30 Beliefs and Techniques For Writing Modern Prose In der Pandemie habe wir gelehrt zu improvisieren. Vornehmlich verstehen wir hier das Improvisieren für den Umgang mit einer Notlage, Alltag zu finden trotz Beschränkungen, die fehlenden soziales Kontakte zu kompensieren, immer in der Hoffnung, sobald die Notalge vorbei ist nicht mehr Improvisieren zu müssen. Im Film steht das Improvisieren einerseits als Kreativer Akt des Möglichmachens nicht vorhandener Produktionsbedingungen, wie fehlendes Geld, nicht vorhandenem Equipment, dem falschen Wetter, abgesprungene SchauspielerInnen ect. und anderseits ist das Improvisieren ein Methode in einem festgelegten Rahmen Raum für Entfaltung zu schaffen. Improvisation ist ein Handwerk der Freiheit und ermöglicht das Abenteuer des kalkulierten Kontrollverlusts. Wie im Jazz die Musiker von festen Mustern ausgehend in freien Improvisationen ein Stück im Zusammenspiel erst entstehen lassen, so werden Schauspieler vor der Kamera zu Co-Autoren des Films. Die Improvisation das Mittel vor unmittelbar laufender Kamera ihre Rolle zu vertiefen.  Der Dänische Filmregisseur, Lars von Trier (Idioten, Dänemark, 1998) beschreit es so: »Improvisation ohne Plan ist wie Tennisspielen ohne Tennisball.« John Cassavetes, erster Film  (1957) »Shadows« entstand in einem  Workshop für arbeitslose Schauspieler. Zwischen 1957 und 1959 in Gruppenarbeit entstanden und aus 50 Stunden Material montiert, erzählt der Film in scheinbarer Beiläufigkeit und mit Jazz-Soundtrack von jungen Schwarzen und ihren Freunden in New York, von Alltags- und Liebesnöten und dem gewöhnlichen Rassismus, dem sie ausgesetzt sind. »Echtes Leben und echte Menschen« wollte Cassavetes zeigen. Im Abspann verkündet er: »The film you have just seen was an improvisation« – »Shadows« wurde zum Vorbild für viele europäische wie amerikanische Filmemacher. Der Film »AUSSER ATEM entstand im gleichen Jahr, in Guerilla-Taktik ohne Drehgenehmigung auf Pariser Straßen; ein Drehtag konnte 15 Minuten oder 12 Stunden dauern – das Team folgte dem Fluss von Godards Ideen. Sebastian Schippers Film 2015 »Victoria« ist in seiner speziellen Kombination von Strenge und Offenheit ein außergewöhnlicher Fall, ein Experiment mit dem Charakter einer Mutprobe.  Der Film wurde in einer einzigen Kameraeinstellung gedreht. Um die ungewöhnliche Drehweise realisieren zu können, musste die Vorgehensweise der Produktion angepasst werden. So bestand das Drehbuch für den über zwei Stunden langen Film ursprünglich lediglich aus zwölf Seiten. Im Avantgarde- Experimentalfilm und in der Videokunst wurde immer schon improvisiert, sei es vor der Kamera oder direkt am Filmmaterial mit Chemikalien und Belichtungszeiten. “Beim Betrachten eines Experimental-films geht es darum, nicht nur die Objekte oder Personen auf der Lein-wand zu  verfolgen, sondern vor  allem die  Entwicklung des  Films selbst, seine “Konstruktion von Sinn”, seine kreativen Entscheidungen von Augenblick zu Augenblick.” (Peter Tscherkassky in: Blimp, Nr. 16, 1991 ) Im Kurs entwickelt ihr eine eigene Filmische Arbeit. Diese soll mediengerecht geplant werden und nach einer eigenwilligen und intelligenten Umsetzung gesucht werden. Zur Konzeption werdet ihr eigene Planungs- und Notationssysteme entwickelt. Durch die Verbindung von gestalterischer Konzeption und Experimentellem Umgang mit der Technik erlanget ihr Entscheidungskompetenzen im Komplexen Arbeitsbereich des bewegten Bildes und der neun Medien. Parallel zum Praktischen Teil gibt es Input-Veranstaltungen dabei beschäftigen wir uns anhand von historisches und zeitgenössisches Filmbeispielen der unterschiedlichster Genres. Diese betrachten wir unter dem Geschichtspunkt der Thematik, des Inhalts und der Machart. Weiter untersuchen wir die  Aspekte des Ursprungs, der dahinter stehenden Absichten und der Wirkung welche die Filme auf uns haben. Wir beschäftigen uns mit Fragen der Filmgestaltung und der Technik, wie der Kameraeinstellung, der Kadrierung, des Schnitts, der Montage und des Tons. Im erweiterten Zusammenhang wird die Entwicklung der Medien, und deren Einfluss auf die Wahrnehmung unseres Alltags kritisch beleuchtet.
  • Zusammenspiel oder Alchemie des Filmischen
    Gestalterische Projektarbeit
    Kurs Nr.: ID.BA.IP.12
    Semester: WS 2021/22

    Die Wirkungskraft des Films entsteht durch das "Zusammenspiel" mittels Bild- und Tonerzeugung, Schnitt und Montage. Im Kurs gehen wir "Grundlagenforschend“ filmischen Phänomenologien nach. Zusammenspiel oder Alchemie des Filmischen: wie wird ein Experiment geplant? „Experimentalsysteme sind also äusserst trickreiche Anlagen; man muss sie als Orte der Emergenz ansehen, als Strukturen, die wir uns ausgedacht haben, um Nicht-Ausdenkbares einzufangen. Sie sind wie Spinnennetze. Es muss sich in ihnen etwas verfangen können, von dem man nicht genau weiss, was es ist, und auch nicht genau, wann es kommt. Es sind Vorkehrungen zur Erzeugung von unvorwegnehmbaren Ereignissen. " Der Molekularbiologe Mahlon Hoagland hat in diesem Zusammenhang "U¨berraschungsgeneratoren" gesprochen. / Aus dem den Artikel von Hans-Jörg Rheinberger, 5. Mai 2007, NZZ Online Durch die rasante Entwicklung in der Filmtechnik haben in den letzten Jahren die digitalen Möglichkeiten der Bildbearbeitung und Bilderzeugung die Diskussion stark dominiert. So ist vorallem bei Laien der Eindruck entstanden, die digitale Arbeit an bewegten Bildern sei grundsätzlich einfacher, direkter und reicher an Möglichkeiten als die analoge. Dabei wird vernachlässigt, dass die beiden Herangehensweisen sich stark unterscheiden und dass der Prozess immer auch einen Einfluss auf das Resultat hat. Im Kurs soll die Experimentierlust mit bewegten Bildern und Tönen geweckt und gepflegt werden. Das Missverständnis, Film eigne sich vor allem fu¨r Narration soll korrigiert werden. In lustvollem Handwerken an Bildern und Tönen werden Möglichkeiten der Bildgestaltung und deren Folgen fu¨r Aussage, Assoziationsräume und Stimmung untersucht. Im Labor wird mit Licht, Projektionen, Rauch, Flu¨ssigkeiten, provisorischen Aufbauten aus Spiegeln, Tu¨chern und Windmaschinen gearbeitet. Kameras werden an kinetischen Objekten und Körpern befestigt und Stroposcopblitze legen durch Interferenzen das rhythmische Gefu¨ge des bewegten Bildes offen. Einige Stichworte / Alchemie des Filmischen Wir arbeiten mit unterschiedliche, Notationsverfahren / Collagen / Partituren, Analoge / Digitale Schnittverfahren Linear / Interaktive / Automatisierte Verfahren Screen / Projektion / Mehrkanal Installation. - Bewegtes Licht - Projektionen auf ein Objekt, den Körper (Bild-, Rasterprojektionen, Gesicht auf Gesicht etc.) Projektionen auf Materialien: Wasser, Rauch, Textilien - Reflexionen: Bildverzerrung durch Wasser, Zerrspiegel, spiegelnde Objekte. Bildmischung über halbtransparente Spiegel oder andere Materialien - Transparenz: Bildschichtung durch transparente Textilien, Rauch, Wasser. Einfluss von Lichteinfall auf Transparenz/Opazitöt des jeweiligen Materials. - Kamerabewegungen; Handkamera, Fahrt, Schwenk, Neigen, Kran. Kamera am Körper, aufMaschinen montiert. - Interferenzen: Verhältnis Belichtungszeit, Bewegungsgeschwindigkeit des Objektes. - Selbst gebaute Objektive: mit Wasser gefüllte Glaskolben, Lupen, alte Linsen. - Urformen des Kinos: Praxinoscop
  • Master Abschlussarbeit- Lernwerkstatt/Werkschauvorbereitung 9D
    Lernwerkstatt
    Kurs Nr.: ID.MA.MA LW 9D
    Semester: WS 2021/22
  • Teamprojekt 1/3 9D
    Projekt
    Kurs Nr.: ID.MA.TP1/3.04
    Semester: WS 2021/22

    We will start this semester with a get-together and workshop. We will introduce ourselves and give a preview to the semester in 9D. Related to their particular ideas, desires and practices students are invited to choose one or more of the following topics connected to the framework of the 9D Master’s Studio. 1. Temporary Spaces: Asli Serbest This semester we will realize a collective spatial intervention at Kunsthalle Baden-Baden (https://conditionsofanecessity.net), exchange hands-on knowledge and necessary skills for spatial works, and develop our individual projects in the collective framework of the Temporary Spaces class. With the aim to critically reflect space as a temporary category, Temporary Spaces class deals with historical, political, social, technological, and aesthetic aspects of spatial production. Beyond disciplinary conventions and boundaries, the class explores practices that include various media and experimentation with space, in different scales, from urban interventions to video, installations, performances, sound, and text. The works are research based spanning critical theory and ancient philosophy, feminist and queer theories, socialist architectural utopias etc. Ultimately, Temporary Spaces is a platform for the collaborative creation of reflexive aesthetic experiences.… 2. Samuel Nyholm: see “Kursangebot in the Veranstalltungs Verzeichnis” 3. Interplay or Alchemy of the Cinematic / Beat Brogle The impact of film works through the "interplay" from image and sound, cut and montage. In the course, we will practice whit cinematic phenomenologies in a "basic research" way. "Experimental systems, then, are extremely tricky devices; they must be seen as sites of emergence, as structures we have devised to capture the unthinkable. They are like spider webs. Something must be able to get caught in them. Something of which one does not know exactly what it is, nor exactly when it will come. They are devices for creating unpredictable events. " The molecular biologist Mahlon Hoagland has spoken of "surprise generators" in this context. / From the article by Hans-Jörg Rheinberger, May 5, 2007, NZZ Online The title 9D indicates the sum of 2D + 3D + 4D. It addresses, on the one hand, a transversal approach to making things across 2D, 3D, and 4D, that is, beyond strict disciplinary, medial or institutional borders. On the other hand, 9D refers to the 9 or more dimensions (critical, non-linear, affective, queer, ecological, archaeological, etc.) that underly each idea, thing, or project and that call for research strategies, methods, and a process based thinking and making. This thinking and creating takes place within a collective environment where students will learn to develop projects in exchange with others and share different modes of working, (un-)learning, and ordering.
  • Masterprojekt 9D
    Projekt
    Kurs Nr.: ID.MA.MP.04
    Semester: WS 2021/22

    The master project should be chosen and developed with regard to the master thesis, e.g. experimenting with different media formats and forms of presentation. In addition, courses offered by the BA ID MD and Art can be taken. Feedback and discussion on the projects will take place during the monthly MA 9D plenums, the 9D Stammtisch and in one-on-one meetings with the professors.
  • Professionalisierung - Skillupdate 9D
    Seminar
    Kurs Nr.: ID.MA.P.14
    Semester: WS 2021/22

    Individuell mit den Studioleiter*innen zu vereinbarender Umfang und Inhalt - kann zum Beispiel auch ueber die aktive Teilnahme an BA-Angeboten in den Bereichen Wissenschaft und Gestaltung abgedeckt werden oder ueber Werkstattkurse.
  • Individuelles Projekt 9D
    Projekt
    Kurs Nr.: ID.MA.IP.04
    Semester: WS 2021/22

    Ein selbstgestelltes Thema wird individuell recherchiert. Entwürfe/Konzepte sowie ein mediengerechte Umsetzung etc. werden bis zum Semesterende erarbeitet und idealerweise in einem geeigneten Format präsentiert. Feedbacks und Diskussion zu den Projekten ist das monatlich stattfindente MA 9D Plenen der 9D Stammtisch und Einzelgespräche mit den Professor*innen. Eine Teilnahme an den Lehrveranstaltungen BA von Brogle, Nyholm, Serbest ist ebenfalls möglich.
  • Ich, die Maschine
    Gestalterische Projektarbeit
    Kurs Nr.: ID.BA.IP.10
    Semester: SS 2022

    Struktur, Muster, Rhythmus – die wirklichkeitserzeugende Kraft visueller Phänomene steht im Zentrum des Praxis- und Theorieprojekts [b]Ich, die Maschine[/b]. Wir untersuchen die Beziehung von Mensch und Maschine und die daraus resultierenden technisch-medialen Zugänge zu Welt, Wirklichkeit und Wahrheit.   Das Projekt thematisiert die Parallelität zweier historischer, etwa 100 Jahre auseinanderliegender Momenten: Euphorie und Experiment, die in den 1920er Jahren besonders das sowjetische Kino prägten, spiegeln sich im heutigen Hype um die digitalen Medien. Beiden Zeiten liegen soziale, ideologische und technische Umbrüche sowie ein tiefgreifender Wandel im Wesen des Sehens und der Sichtbarkeit zugrunde. Fotografie und Film als Massenmedien einerseits sowie die Digitalisierung andererseits brachen jeweils mit den bis dahin gültigen Informationsflüssen und audiovisuellen Kulturen, und bewirkten eine umfassende Umstrukturierung des Wissens.   Auch wenn sich beide Phänomene in ihren Darstellungsmöglichkeiten radikal unterscheiden (analog vs. digital), lassen sie sich als wissenschaftliche wie künstlerische Erkenntnismöglichkeiten verstehen, welche auf einem Regelwerk basieren. Bild und Bite gelten als Speicher für im Verborgenen wirkende Strukturen bzw. Kräfte. Diese Ordnungslogik entzieht sich dem direkten Einfluss von außen, sie kann aber ausgelesen, analysiert und entsprechend eingesetzt werden. Beide Phänomene verbindet der Glaube, aus der Kraft von Bildern Wirklichkeiten erzeugen und Wahrheit etablieren zu können. [b]Chaos und Ordnung[/b] Im sowjetischen Avantgardekino der 1920er Jahre erhält die Maschine Einzug in die künstlerische Artikulation des Films. Als mechanisches Kinoauge, vollkommener als das menschliche Sehorgan, wird die Kamera zu einem medialen Erkenntnisinstrument, mit deren Hilfe die chaotischen visuellen Eindrücke erforscht, offengelegt und neu geordnet werden. „Weg frei für die Maschine“ lautete 1922 das euphorische Postulat des russischen Regisseurs Dziga Vertov, um neue Sehstrukturen zu etablieren, das mit ähnlicher Emphase auch heute vom Google-Miterfinder Larry Page stammen könnte. In Vertovs „Der Mann mit der Kamera“ (1929) erkennt der Medientheoretiker Lev Manovich die historische Matrix der digitalen Medien. Durch die Aneinanderreihung filmischer Effekte habe Vertov zwar keine filmische Sprache geschaffen, er habe aber bewiesen, dass Effekte zu einer bedeutsamen künstlerischen Sprache gemacht werden können. Durch dynamischeSchnitt- und Montageprinzipien erfährt der Film in den 1920er Jahren eine neue Organisation von Bildern, bei der das Einzelbild seine Wirklichkeit verliert. Erst im Zusammenspiel der Einzelbilder, wenn sie zu einem Bildganzen verschmelzen, das mehr ist als die Summe, aus der es besteht, kann neue Bedeutung entstehen. Dieser Erkenntnis folgend, reorganisiert die ausgefeilte Montage von Wirklichkeitsausschnitten die Wahrnehmungskultur als ästhetisch-politisches Projekt zwischen Volksaufklärung und sozialer Utopie bis hin zur Propaganda. Der Film wird zu einem Werkzeug, der – nach strengen Regeln durchkomponiert – eine systematische neue Wirklichkeitsdarstellung unternimmt. Das Internet ist längst nicht mehr nur ein Archiv, das Text- und Filmdokumente aneinanderreiht und zugänglich macht, sondern ein soziales Konstrukt, welches in für uns User*innen unsichtbaren Strukturen fungiert. Die Maschine – Kamera bzw. Computeralgorithmus – ist in der Lage, optische Dichte und subtile Zusammenhänge zu erfassen, die weder das Auge noch das menschliches Gehirn wahrnehmen. Künstlerische Prozesse können dazu genutzt werden, um solche verborgenen Strukturen sichtbar und erlebbar zu machen. Im Kurs entwickelt ihr anhand des thematisch gestellten Rahmens eure eigene audiovisuelle Arbeit. Die Lust am Experimentieren mit bewegten Bildern und Tönen im Wechselspiel mit der theoretischen Reflexion steht dabei im Vordergrund. Dass Film sich vor allem für Narration eignet, ist ein Missverständnis. Im lustvollem Handwerken an Bildern und Tönen werden die Möglichkeiten der Bildgestaltung und deren Folgen für Aussage, Assoziationsräume und Stimmung untersucht. Ihr werdet eure Arbeit mediengerecht planen und dafür passende künstlerische Formate entwickeln Durch die Verbindung von gestalterischer Konzeption und experimentellem Umgang mit der Technik erlangt ihr Praxiskompetenzen im komplexen Arbeitsbereich des bewegten Bildes und der neuen Medien. Ziel wäre es, zu den Hochschultagen ein gemeinsames Präsentationsformat für die entstandenen Arbeiten zu entwickeln.
  • 9D Teamprojekt
    Gestalterische Projektarbeit
    Kurs Nr.: ID.MA.TP2.04
    Semester: SS 2022
  • Master Abschlussarbeit- Lernwerkstatt/Werkschauvorbereitung 9D
    Lernwerkstatt
    Kurs Nr.: ID.MA.MA LW 9D
    Semester: SS 2022

Vita

Der schweizer Künstler Beat Brogle lebt und arbeitet in Berlin, Basel und Bremen. In seiner Arbeit beschäftigt er sich mit morphologischen Prozessen und Assoziationen am Rande der Wahrnehmung. Die Arbeit formuliert sich durch unterschiedliche Medien, wie Zeichnungen, Rauminstallation, Film/Video, interaktive Installationen und Webprojekte. Mit seinen Arbeiten ist er auf zahlreichen internationalen Festivals und Ausstellungen präsent. Er dozierte an verschieden Kunsthochschulen im Bereich der Neue Medien, unter anderem an der Weissensee Kunsthochschule Berlin, der Zhdk Zürcher Hochschule für Künste, Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, Universität der Künste Berlin. Seit 2015 ist er Professor für bewegtes Bild an der Hochschule für Künste Bremen. 
Beat Brogle ist zudem einer der Leitenden des Masterstudios 9D.

Lehre

Bilder kommunizieren anders als Text. Bewegte Bilder kommunizieren anders als stille Bilder. In den zeitbasierten Medien, den bewegten Bildern und dem Ton verbirgt sich ein eigenes Regelwerk aus Zeit, Bewegung und Montage. Durch die alltägliche Präsenz der digitalen Medien besitzen wir einerseits ein starkes intuitives Sensorium und Aufmerksamkeit für das Funktionieren von bewegten Bildern, doch anderseits unterliegen wir auch dem hypnotischen Sog, den Filme schaffen können, so dass wir unser Umgebung vergessen können.
In den digitalen und Online-Medien treten Bild, geschriebene Sprache, Sprache, Musik Sound und Geräusch in neuartige Beziehungen zueinander. GestalterInnen und KünstlerInnen müssen teilweise die Interaktion des Zuschauers in ihre Konzepte einbeziehen.

Der Vertiefungsbereich Bewegtes Bild sucht nach einem zeitgemäßen künstlerischen Umgang mit dem Medium. Zentrales Anliegen ist es, die gestalterischen Aspekte der Dimension Zeit, Bewegung und Ton erfahrbar zu machen, ein Verständnis für die Wirkungsmacht des Mediums zu bekommen, die verborgen Codes zu verstehen. Durch die Verbindung von gestalterischer/künstlerischer Konzeption und experimentellem Umgang mit der Technik erlangen die Studierenden Entscheidungskompetenzen im komplexen Arbeitsbereich der neuen Medien. In der Praxis sollen sie ihre Kreativität und Fachkompetenz in Zusammenarbeit mit technischen Fachleuten vermitteln und vertreten können. Dabei arbeiten wir nicht mit einer bestimmten Technologie, sondern nutzen die gesamte Bandbreite an analogen und digitalen Arbeitsweisen.

In Grundlagenkursen werden Sie praktische Filmische Experimente und Minifilme schaffen, welche sich mit der Phänomenologie und den Gestaltungsmöglichkeiten von Bewegung, Zeit und Montage von Bild und Ton beschäftigen. In Vertiefungsmodulen und im Master entwickeln Sie eigenständige Projekte. Diese können unterschiedliche Filmgattungen und -formate (oder Mischformen dieser Formate) haben, wie Dokumentarfilm, Essayfilm, Kurzspielfilm, Experimentalfilm, Musikvideo oder Videoinstallation.

Ergänzend zur praktischen Arbeit finden parallel zu den Kursen theoretische Input-Veranstaltungen statt. Im erweiterten Zusammenhang wird die Entwicklung der Medien und deren Einfluss auf die Wahrnehmung unseres Alltags kritisch beleuchtet.

Suchen in der bisherigen HfK Webseite (nicht im HfK2020 Lab!)