Bianca Koczan

Bianca Koczan fördert Diskurs auf Augenhöhe mit Studierenden zu kontemporären Problematiken eines Gestaltenden im Modedesign.

Allgemeine Wissenschaften

Kunst und Design
Aktuelle Kurse

  • Localizing Design Stories
    Seminar
    Kurs Nr.: AWi
    Semester: WS 2021/22

    Localizing Design Stories (LDS) fördert Erzählungen von intersektionalen und subjektiv geprägten methodischen und historischen Konzepten zu Design, die einen westeuropäischen und westamerikanischen Designkanon aufbrechen, der von Sexismus, Klassismus und Rassismus geprägt ist. Historisch patriarchalische Strukturen und kolonial zu verortende Geschichtsschreibungen prägen bis heute unser Denken. Dies gilt auch für Vorstellungen von Design und zeigt sich insbesondere in der Nacherzählung einer einheitlichen, universellen und linearen Designgeschichte. Die ständige Wiederholung dieser fragwürdigen Narration führt zum Vergessen, zum Verschweigen und zur unberechtigten Aneignung von Randgruppen wie Frauen und kulturell ausgebeuteten Gesellschaften und deren Einfluss auf und Anteil an Konzeptionen von Design. Durch kritisch informierte Methoden der Datenerhebung und -analyse zielt LDS darauf ab, inklusivere Erzählungen von Designgeschichten zu erarbeiten und aufzuzeichnen, insbesondere mit dem Ziel damit alternative Ausbildungskonzepte für Designpraktiker vorzuschlagen. Medien Das Localizing Design Stories Projekt strebt es an, ein heterogenes Mosaik von Geschichten über Design zu erforschen und zu elaborieren, und damit die eine Designgeschichte aus den Angeln zu heben. Zu diesem Zweck nutzt, bietet und erarbeitet LDS verschiedene Medien, als eine Mischung aus Online- und audiovisuellen Medien, um Wissen sowohl zu erwerben als auch zu vermitteln. LDS ermutigt explizit Studierende einer Designpraxis ihre Forschung nicht ausschließlich durch schreiben, sondern durch das Experimentieren mit audiovisuellen Medien zu erzählen oder darzustellen. Methoden LDS erweitert die kritischen Perspektiven, indem es vielfältige Methoden und Methodologien vorschlägt, um die aufwendige Forschung mit potenziellen Quellen und Ressourcen zu intensivieren. Dieses ausdrücklich nur vorgeschlagene Methodenspektrum ist einladend, offen für Beiträge und Kritik, vielseitig und umfasst verschiedene Verfahren und Kombinationen für die Entwicklung und Diskussion von Materialien. Praxis Die durch einen Medien- und Methodenkomplex gewonnenen Erkenntnisse werden im letzten Schritt für eine Praxis nutzbar gemacht. Der Forschende wird zum Gestaltenden, indem er, sie oder es einen Beitrags-Pin gestaltet, der mit seinen audiovisuellen Inhalten verknüpft ist, die er, sie oder es mit den zuvor vorgestellten Methoden erarbeitet hat. Der Beitrags-Pin erzählt eine individuelle Designgeschichte und trägt aktiv zur Lokalisierung und Sichtbarkeit einer Vielzahl unabhängiger Designgeschichten und zum Entstehen einer frei zugänglichen Mediathek bei.

Vita

Aufbauend auf der Erfahrung der Tätigkeit für die eigenen Design und Produktionsmanagement Agentur VVERK, für das eigene experimentell Label Studio Bête Noire als auch auf Tätigkeit im Bereich Consultancy für Firmen wie schmidttakahashi und RE-NT promoviert die Modedesignerin Bianca Koczan seit 2017 am IKL im Department Moden & Styles an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Univ.-Prof. Mag. Dr. Elke Gaugele. Ihre practice-led Dissertation "Veränderte Designprozesse, -ansätze,-konzepte und Medien im zeitgenössischen Modedesign" setzt sich mit Wechselwirkungen zwischen Social Media und gestalterischen Prozessen im Modedesign auseinander. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in der Vermittlung an diversen akademischen Einrichtungen im Lehrauftrag, als Gast- und Vertretungsprofessorin und in der eigenen kritisch-künstlerischen Praxis, sowohl theoretisch als auch praktisch im Sustainable Conceptual Fashion Design und dessen medialer Darstellung, seit Neuestem auch in der Programmierung kreativer künstlicher Intelligenzen als auch dem Data-for-Good Movement.

Lehre

In strenger Ablehnung der Verteilung von Rezepten, beruht die Lehre von Bianca Koczan neben der immerwährenden kritischen Reflexion der eigenen praktischen Erfahrungen im Modedesign maßgeblich auf dem Zur-Sprache-kommen-lassen und dem Zuhören der Studierenden, ergo auf Neugier, Offenheit und der Fähigkeit zur Selbstkritik. In diesem Sinne basiert das Lehrkonzept auf einem multiperspektivischen, kritisch-informierten, praxisnahen, interdisziplinären, postkolonialen, nachhaltigen, diskrepant-experimentellem, zu Teilen methodisch angeleitetem Diskurs auf Augenhöhe mit Studierenden zu kontemporären Problematiken eines Gestaltenden im Modedesign.

Projekte

Consulting and Member of Advisory Board RE-NT /// Consulting Partnership Studio schmidttakahashi /// Art Direction, Design und Produktionsmanagement für das eigene Studio BÊTE NOIRE /// Art Direction, Design und Produktionsmanagement für die eigene Designagentur VVERK GbR ( Kunden: MDR, NOMOS Glashütte, Krähe Versand, A. Lange & Söhne (Lange Uhren GmbH), Lydia in St. Petersburg, Thyssen Bornemisza Art Contemporary TBA21, Coordination, Helios Privatkliniken,, Friedrich Willhelm Kunath GmbH, Helios Kliniken, Freeletics, Jaeger-LeCoultre) /// Lehraufträge, Gastprofessur und Vertretungsprofessur an Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Esmod Berlin, htw Berlin - Hochschule für Technik und Wirtschaft /// Online-Redaktion für Blogazine hauptstadtmutti.de /// Designassistenzen: Bernhard Willhelm (Paris), E2 (Paris), Isabelle Ballu (Paris), Moritz Rogosky (Paris)
Practice-led Promotion am IKL im Department Moden & Styles an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Univ.-Prof. Mag. Dr. Elke Gaugele

Publikationen

  • Beitrag zu >Mittelpunkt Mensch - Leitbilder, Modelle und Ideen für die Vereinbarkeit von Arbeit und Leben< erschienen in der Reihe >Deutscher Studienpreis< im VS Verlag für Sozialwissenschaft 2008
  • diverse Veröffentlichungen in Tageszeitungen und Zeitschriften sowohl in deren Print- als auch Onlineauftritten und Blogs bezüglich Agentur VVERK, Studio Bête Noire und Lehre
  • in Vorbereitung: Herausgeberschaft gemeinsam mit Linda Olenburg für "Studien der Mode und des Textilen - Promovierende Perspektiven - I. Nachwuchstagung des netzwerk mode textil e.V. nmt+ und des Austrian Center for Fashion Research ACfFR" Tagungsband, erscheint in der Online-Publikationsreihe zur kulturwissenschaftlichen Textil-, Kleider- und Modeforschung "Intelligente Verbindungen" des netzwerk mode textil e.V. nmt+ 2019

Präsentationen

Modenschau, Expo, Hannover /// Modenschau bei „Culturall", Dresden /// Modenschau, Deutsche Botschaft, Paris (Frankreich) /// Mitarbeit an drei Prêt-à-Porter Defilée, Paris (F) /// Mitarbeit an zwei Showrooms (Bernhard Willhelm, Paris) /// Ausstellung, Messe A+A, Düsseldorf /// Messestand ISPO, München /// Messestand Designmai, Berlin; Präsentation bei DMI /// Modeausstellung Völkerkundemuseum, Dresden /// Teilnahme und Ausstellung an Cumulus, Nantes (F) /// Messestand Bilckfang, Zürich (CH) /// Teilnahme und Ausstellung an „Movement", das bewegte Filmfestival /// Modenschau Göthe-Institut, Budapest (H) /// Messestand Luxury Please, Wiener Hofburg, Wien (AUT) /// Produktpräsentation Rhas'-al- Chaima (ARE) /// Messestand Capsule, Berlin /// Co-Organisation von fünf Werkschauen und einer Modeausstellung der Modeklasse Burg Giebichenstein im Rahmen des Lehrauftrags und der Gastprofessur Halle /// Co-Organisation von Ausstellungen und Performances des Studiengangs Modedesign der htw Berlin Hochschule für Technik und Wirtschaft im Rahmen des Lehrauftrags und der Vertretungsprofessur Berlin /// Installation Neonyt, Berlin

Auszeichnungen

  • Preis der Stiftung der deutschen Bekleidungsindustrie SDBI – European FASH Award 2006
  • Preis des Deutschen Studienpreises der Körber-Stiftung 2007
  • Arbeitsstipendium zur Unterstützung künstlerischer Arbeit als Projektförderung der Kulturstiftung des Freistaates Thüringen zur Förderung zeitgenössischer Kunst und Kultur 2007
Suchen in der bisherigen HfK Webseite (nicht im HfK2020 Lab!)