Dr. Kai Hochscheid


Philosophie, Allgemeine Wissenschaften

Kunst und Design
Aktuelle Kurse

  • Edmund Husserl - Cartesianische Meditationen – Eine Einleitung in die Phänomenologie
    Seminar
    Kurs Nr.: AWi
    Semester: SS 2021

    Die Cartesianischen Meditationen waren ein Vortrag, den Husserl 1929 an der Sorbonne in Frankreich gehalten hat. Die von Husserl entwickelte Phänomenologie ist eine Form des Denkens, die sehr einflussreich geworden ist, in ganz unterschiedlichen Bereichen, wie etwa der Soziologie, der Psychologie, der Kulturwissenschaften u.a.m Spuren hinterlassen hat. Als Wahlspruch der Phänomenologie wird immer der Ausspruch angeführt: Zu den Sachen selbst! Was sich dahinter verbirgt und um welche „Sachen“ es dabei geht, welchen Anspruch diese „neue“ Art zu denken hat, dies soll durch die Lektüre im Seminar ein wenig nähergekommen werden. Husserl entwickelt in diesem Text seine Phänomenologie in enger Anlehnung an Descartes. Mit seinem Vortrag nimmt er das Denken der Neuzeit auf, das von Descartes und Kant seinen Ausgang nimmt und entwickelt es weiter. Das Denken der Neuzeit führt er in die Moderne, in der die Subjektphilosophie den Anspruch an eine Letztbegründung der Wissenschaften, des Wissens und der Wahrheit beansprucht. Die Cartesianischen Meditationen sind als eine Einleitung in die Phänomenologie Husserls konzipiert worden und geben deshalb auch einen besonders guten Einblick in das Denken und die Methode der Phänomenologie. Sehr stringent und konzentriert stellt Husserl die einzelnen Etappen im Denken der Phänomenologie dar und zeigt eine Radikalität des Denkens auf, das sich selbst als auch das Wissen von Welt und Subjekt hinterfragt. Das Seminar wird in enger Textlektüre sich der phänomenologischen Methode Husserls näheren, und der Entfaltung seines Denkens in dem Vortrag nachgehen.
  • Was ist Kunst? - Die Frage der Kunst bei Deleuze, Heidegger, Adorno, Nancy
    Seminar
    Kurs Nr.: AWi
    Semester: SS 2021

    Eine so gestellte Frage könnte als anmaßend empfunden werden. Vor allem, wenn damit der Anspruch verbunden wird, eine endgültige und richtig Antwort zu bekommen. Dieses Seminar wird sich weniger versuchen einer Antwort nähern, als sich vielmehr der Frage und der Art und Weise des Umgehens mit der Frage widmen. Hierzu werden verschiedene Texte von Deleuze, Heidegger, Adorno und Nancy herangezogen. Die einzelnen Denkentwürfe werden dabei nicht in Hinblick auf die Möglichkeit einer (endgültige) Antwort gesehen. Vielmehr eröffnen sie jeweils eine ganz spezifische Herangehensweise, wie die Frage nach der Kunst gestellt und entfaltet werden kann. Fast könnte man das Seminar deshalb auch betiteln: Unterwegs zur Frage nach der Kunst. Mit den sehr verschiedenen Denkentwürfen und Herangehensweise wird aber keinem Relativismus das Wort geredet werden. Sondern ausgehend von dem Wort Theoria, dass anschauen bzw. anzuschauen bedeutet, soll in der Auseinandersetzung mit den einzelnen Texten der jeweilige Blick auf das „Denken der Frage“ gerichtet wird. Die jeweils ganz andere Herangehensweise an die Frage nach der Kunst gibt dann zugleich den Blick auf das Phänomen der Kunst frei, gerade dann, wenn es DIE Kunst nicht gegeben haben wird. So wird einerseits vermieden, eine dogmatische Position einzunehmen durch eine vereinfachende Inblicknahme auf das Phänomen. Andererseits, ausgehend von der genauen Lektüre der unterschiedlichen Ansätze, werden die Bedingungen der Möglichkeit der Inblicknahme selbst thematisch werden können, so dass eine Relativierung durch das präzise und genaue Lesen der einzelnen Ansätze verhindert wird.
  • Woher wir kommen: Die Spannung der Welt
    Seminar
    Kurs Nr.: AWi
    Semester: WS 2021/22

    Zwei Autoren stehen mit sehr unterschiedlichen Ansätzen am Anfang der Moderne: Hume und Descartes. Sie prägten beide tief unsere heutige Auffassung vom Denken der Welt. Dabei stellen Hume ebenso wie Descartes den Menschen in den Mittelpunkt der Reflexion. Sowohl Descartes als auch Hume gehen davon aus, dass der Mensch, zum Denken und Handeln befähigt ist. Den Menschen im Mittelpunkt der Frage nach dem Welt- und Selbstverständnis, dass ist – auch – ein Aspekt der Moderne. Doch gerade in dieser Einigkeit der Frage nach der Fähigkeit als auch den Grenzen der menschlichen Erkenntnis gehen Descartes und Hume sehr unterschiedliche Wege: Für Decartes ist es das reine Denken, dass uns Sicherheit, Klarheit und Deutlichkeit der Erkenntnis, kurz Wahrheit, garantiert. Bei Hume ist es die Erfahrung und die Sinnlichkeit und die Fähigkeit der Begriffe – des reinen Denkens – kommt aus der Gewohnheit der Erfahrung. So stehen am Anfang unseres heutigen, modernen Welt- und Selbstverhältnisses zwei Denkentwürfe, die den Menschen in den Mittelpunkt der Frage nach der Wahrheit der Erkenntnis stellen und zugleich sehr unterschiedliche Wege einschlagen, diese Frage zu beantworten. Beide Entwürfe prägen uns heute noch sehr. In diesem Seminar soll diesen unterschiedlichen Wegen nachgegangen werden und zugleich die Frage – implizit – mitgestellt werden: Was für ein Denken das ist, dass diese beiden sehr unterschiedlichen Denkentwürfe denken kann?, wenn es nicht darum gehen kann, dass es einen letzten allgemein privilegierten Standpunkt des Denkens gibt, aber ebenso wenig es darum gehen kann, einem vollständig relativistischen Denken das Wort zu reden.
  • Die Conditio humana: Miteinander und Existenz bei Hannah Arendt und Simone de Beauvoir
    Seminar
    Kurs Nr.: AWi
    Semester: WS 2021/22

    Zwei Autor*innen mit unterschiedlichen Ansätzen werden in diesem Seminar in den Blick genommen. Ihre Herangehensweise, ihr Stil des Schreibens und Denkens sind sehr unterschiedlich. Was sie verbindet ist ein jeweils sehr eigenständiges Denken und die Frage nach dem Menschen in einer Welt mit anderen Menschen und mit der Welt. Beiden Denkentwürfen gehen dem Sein des Menschen und der Welt nach und verbinden diese Konstellation mit der Frage nach dem menschlichen Handeln. Kurz: Die Frage nach den Menschen in seinem Welt- und Selbstverständnis.
  • Gilles Deleuze und das Kino - Das Bewegungs-Bild und das Zeit-Bild
    Seminar
    Kurs Nr.: AWi
    Semester: SS 2022

    Deleuze war ein großer Kinogänger und beschäftigte sich ausgiebig mit dem Film. In den beiden Bänden über das Kino entwickelt Deleuze keine Abhandlung einer Geschichte des Films. Ebenso wenig entfaltet er eine ästhetische Theorie des Films. Vielmehr entfaltet das Kino für ihn eine ästhetische Form und Praxis einer sich verändernde Auffassung von Bewegung und Zeit. So sind die philosophischen Grundbegriffe der Bewegung und der Zeit der Rahmen, für Deleuze Inblicknahme des Kinos und des Films. Das Kino, so könnte man mit Deleuze sagen, entfaltet eine andere Art der Praxis des Bildes, die mit Bewegung und Zeit untrennbar zusammenhängt. Das Seminar wird Textauszüge aus beiden Bänden durchgehen, um Deleuze Entfaltung des Denkens der Bewegung als auch der Zeit nachzugehen. Dabei wird eine dreifache Aufmerksamkeit das Seminar leiten. Einmal wird die spezifische Vorgehensweise von Deleuze bei der Entfaltung seiner Auseinandersetzung mit dem Kino Beachtung finden. Zugleich wird die Frage nach dem Denken von Zeit und Bewegung thematisiert. Und mit diesen beiden Aspekten wird dann die Frage nach dem Kino und dem Film gleichzeitig verbunden.
  • Das Anheben der abendländischen Philosophie und die eigenartige Frage nach dem Sein
    Seminar
    Kurs Nr.: AWi
    Semester: SS 2022

    Wer bin ich? Warum ist etwas? Was ist Realität und Wirklichkeit? Was bedeutet es, zu existieren? Was ist Gegenwart? Was ist Wahrheit? All diese Frage verbinden sich mit der Frage nach dem Sein. Und diese Frage verweist auf das Anheben der Philosophie im antiken Griechenland und seinen weiteren Weg bis hinein in die Moderne. Das Grundwort „Sein“ prägt durch seine Eigenart und der vielfältigen Verwendungsmöglichkeit bis heute das Selbstverständnis der abendländischen Philosophie. Im Seminar wird dem Sein durch verschiedene Textauszüge nachgegangen werden, um einerseits die Frage nach dem Sein verständlicher werden zu lassen und zugleich die Art der Behandlung, die Reichweite und den Horizont dieser Frage und damit die Frage nach der abendländischen Philosophie selbst näher in Augenschein zu nehmen. Es werden u.a. Textauszüge von Parmenides (Lehrgedicht) Platon, Aristoteles, Hegel, Heidegger, Conrad-Martius gelesen.
  • Philosophie der Zeit
    Seminar
    Kurs Nr.: AWi
    Semester: WS 2022/23

    Augustinus schrieb in seinen Confessiones einmal über die Zeit: „Was also ist die Zeit? Wenn niemand mich danach fragt, weiß ich es; wenn ich es jemanden auf seine Frage hin erklären soll, weiß ich es nicht.“ Seit den Anfängen der Philosophie gibt es das Nachdenken über die Zeit. Was ist die Zeit? Ist sie etwas Objektives oder etwas, das im Subjekt seinen Sitz hat? Es gibt einhergehend mit der Frage nach der Zeit eine erdrückende Fülle von Literatur. Es gibt psychologische, mathematische, naturwissenschaftliche, kulturwissenschaftliche, ethnologische usw. Auslegungen. Das Seminar wird aber die Frage nach der Zeit nicht gemäß diesen Auslegungsformen nachgehen. Vielmehr wird im Durchgang verschiedener philosophischer Texte, die sich mit der Zeit beschäftigen, die Frage nach der Zeit in den Blick genommen. Wie wird die Frage nach der Zeit angegangen und welches Verständnis von Zeit liegt den verschieden Zeittheorien zu Grunde? In der genauen Lektüre der verschiedenen Textpassagen soll dann die Frage nach der Zeit jeweils und erneut gestellt werden.
  • Wittgenstein: Über Gewissheit
    Seminar
    Kurs Nr.: AWi
    Semester: WS 2022/23

    Der Text von Ludwig Wittgenstein „Über Gewissheit“ ist aus Notizen zusammengestellt worden, die den Eindruck eines eigenständigen und in sich geschlossenen Werks erzeugen. Damit wäre er ähnlich anzusehen wie etwa Wittgensteins „Tractatus“ und die „Philosophische Untersuchungen“. Doch „Über Gewissheit“ ist damit nicht zu vergleichen. Der Text ist hervorgegangen aus Notizen von unterschiedlichen Arbeitsphasen der zwei letzten Lebensjahre Wittgensteins, von 1949 bis März 1950. Der Text wurde nachträglich von den Herausgebern aus Aufzeichnungen eines Blattkonvoluts und verschiedenen Notizbüchern zu einem eigenen Text zusammengestellt. Was diesen Text so spannend macht ist, dass man einerseits eine gewisse Fortführung des Stils aus dem Spätwerk der „Philosophischen Untersuchungen“ bemerkt, andererseits jedoch etwas ganz eigenes, eine fragmentarische Form, die teilweise andeutet, ohne auszuführen. Es gibt Passagen, da merkt man, diese sind argumentativ und gedanklich fertig. Andere wiederum sind in sich widersprüchlich oder es werden Ideen und Gedanken ausprobiert. Gleichwohl gibt es etwas, dass diese Notizen miteinander verschränkt und das formuliert Wittgenstein einmal so: „Worauf kann ich mich verlassen?“ Das Seminar wird in textnaher Lektüre den gedanklichen Wendungen und dem Stil des Textes nachgehen.

Suchen in der bisherigen HfK Webseite (nicht im HfK2020 Lab!)