Mara Recklies


Allgemeine Wissenschaften

Kunst und Design
Aktuelle Kurse

  • Design | Kapitalismus | Kritik
    Seminar
    Kurs Nr.: AWi
    Semester: SS 2021

    Seit seinen Anfängen ist Design eng mit dem Kapitalismus, aber auch der Kapitalismuskritik verbunden. Doch während die kapitalismuskritischen Entwürfe in der Designtheorie und -geschichte oft thematisiert werden, wird der Servicecharakter von Design und die damit einhergehenden Verstrickung in kapitalistische Lebensformen seltener expliziert. Das Seminar macht diese blinden Flecken sichtbar und widmet sich der Beziehung zwischen Design, Kapitalismus und -kritik. Dafür werden wir uns zunächst der grundlegenden Frage widmen, was Kapitalismus überhaupt ist, wie er funktioniert und aus welchen Gründen er kritisiert werden kann. Darauf aufbauend werfen wir einen Blick auf kapitalistisches als auch kapitalismuskritisches Design, analysieren Konsumkritik und beleuchten Design als Instrument zur Produktion von Begehrnissen und als Werkzeug, das Konsument*innen nach Konzerninteressen modelliert. Wir verfolgen außerdem den Weg eines Turnschuhs über den Globus und setzten uns mit dem Verlust der Unabhängigkeit journalistischer Designkritik aufgrund von Werbepartnern auseinander. In dem Seminars finden intersektional-feministische und dekoloniale Perspektiven besondere Berücksichtigung. Anhand von Texten, Interviews und Vorträgen soll die Verstrickung von Design und Kapitalismus mit Racism, Klasse und Sexismus transparent gemacht werden.
  • Gibt es wirklich keine Alternativen? Die Frage nach einem nicht-kapitalistischen Design
    Seminar
    Kurs Nr.: AWi
    Semester: WS 2021/22

    Die Gegenwart ist von tiefgreifenden Problemen gekennzeichnet, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Kapitalismus stehen. Dazu zählen nicht nur Überkonsum, sondern auch Ausbeutung, Armut, das Anzapfen endlicher planetarer Ressourcen und unwiderrufliche Veränderungen des Klimas, die zu einer Katastrophe führen werden, deren Anfänge global bereits spürbar sind. Die Forderung nach einem Ende des Kapitalismus – und in diesem Kontext auch der kapitalistischen Designpraxis – wird oft mit dem Hinweis abgetan, dass es leider keine Alternativen gibt. Aber stimmt das überhaupt? In diesem Seminar hinterfragen wir den Mythos der Alternativlosigkeit des Kapitalismus. Auf der Suche nach nicht-kapitalistischen Designpraxen beschäftigen wir uns mit der Frage, weshalb Alternativen zu dem Bestehenden oft nicht wahr- oder ernst genommen werden. Aber auch, wie alternative Wirtschafts- und Lebensformen aussehen können, was Design in Commons und für die Gemeinwohlökonomie leisten kann, ob es nicht-kapitalistische Circular Economy gibt und was alternative Wirtschaftsmodelle wie etwa das Postwachstums-Modell für Designer*innen bedeuten würden. Dabei schulen wir unser kritisches Denken indem wir genau prüfen: welche Alternativen sind realistisch, welche utopistisch, und welche verkaufen das Alte im neuen Kleide? Das Seminar schließt an das Seminar Design I Kapitalismus I Kritik aus dem Sommersemester 2021 an. Es steht aber auch Studierenden offen, die im letzten Semester nicht dabei waren und sich gern mit Design, Kapitalismus und Alternativen zum Kapitalismus auseinandersetzen wollen. Wir werden Texte aus verschiedenen Disziplinen lesen und korrespondierende Designbeispiele analysieren.
  • Indigene Ornamente und westliche Verbrechen. Zur Kolonialität des Designs
    Seminar
    Kurs Nr.: AWi
    Semester: WS 2021/22

    Obwohl der Kolonialismus formell der Vergangenheit angehört, ist das, was Aníbal Quijano als ›Kolonialität‹ bezeichnet noch immer allgegenwärtig: die strukturelle Reproduktion von kolonialen Machtverhältnissen und Denkmustern, welche die imperiale Herrschaft überdauert haben und soziale Ordnungen, Denken und Wahrnehmen bis heute prägen. Wir wollen in diesem Seminar gemeinsam untersuchen, was das für das Design bedeutet. Gibt es Kolonialität in der Wissenskultur und Praxis von Design und woran können wir sie erkennen? Durch welche Theoreme, Texte und Konzepte wird sie reproduziert? Wir werden uns dafür zunächst Grundlagen des lateinamerikanischen Diskurses zur Dekolonisierung aneignen und uns darauf aufbauend dem Design des ausgehenden 19. und dem 20. Jahrhunderts widmen. Inhaltlich spannen wir einen Bogen von der ersten Weltausstellung in London über Adolf Loos Ornamentkritik, der Funktionalismusdebatte und dem Exotismus am Bauhaus bis hin zum Social Design von Victor Papanek. Es sei darauf hingewiesen, dass einige der Inhalte, die wir einer kritischen Relektüre unterziehen werden, explizit rassistisch sind. Das Seminar wird jedoch, wie an der HfK selbstverständlich, in einer Atmosphäre gegenseitigen Respekts und Sensibilität stattfinden. Das Seminar wird Ende Februar im Block stattfinden, jedoch wird die Bereitschaft vorausgesetzt, sich schon während des Semesters darauf vorzubereiten. Die Prüfungsleistung besteht aus einem Referat und einer Ausarbeitung. Die Themen für die Referate werden während des Vorbereitungstreffens Anfang des Semesters vergeben.

Suchen in der bisherigen HfK Webseite (nicht im HfK2020 Lab!)