Paul Steinmann


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Kunst und Design
Aktuelle Kurse

  • Digitalisierung und Apokalypse
    Gestalterische Übung
    Kurs Nr.: ID.BA.EG2.41
    Semester: SS 2021

    Zwei Erzählstränge: Der eine handelt vom Beginn der Zukunft, der andere vom Ende der Welt. Die digitale Transformation, die unser Leben leichter macht und uns global verbindet, offenbart zunehmend ihre Kehrseiten: Hyper-Personalisierung und Unterdrückungsalgorithmen verstärken den Glauben an Verschwörungstheorien und schüren Hass. Die Geräte, die wir dabei nutzen, werden unter ausbeuterischen Arbeitsbedingungen mit katastrophalen Folgen für die Umwelt hergestellt. Es scheint hoffnungslos: Selbst indem wir uns in den sozialen Medien verabreden, um die Welt zu retten, treiben wir ihren Untergang noch voran? Leben wir in einer Self-fulfilling Prophecy? Dazu kommen Klimakrise, soziale Ungleichheit und Pandemie. Die Zeichen häufen sich: das Weltende ist präsenter denn je. Seit über 2000 Jahren wird immer aufs Neue vom drohenden Weltuntergang gesprochen. Der Historiker Johannes Fried sieht in der Angst vor der Apokalypse dagegen eine maßgebliche Motivation für die Entwicklung der modernen Wissenschaften wie Geologie, Meteorologie oder Astronomie, bis hin zur Erforschung des Weltalls. Seismographen, Satelliten und Big Data erlauben uns heute einen viel genaueren Blick in die Zukunft als früher. Die Koppelung beider Themenkomplexe lässt Räume entstehen zwischen Fakten und Fiktion, zwischen Analyse und Weissagung, Prophezeiung und Hochrechnung. "Die Apokalypse geschieht die ganze Zeit, jeden Tag. Sie hört nie auf. Der Mensch ist das Ende der Welt.” — Paul Virilio, Philosoph ———————————— Wir geben ein eigenes Online-Journal heraus und entwickeln dafür visuelle Essays. Informiert und spekulativ, pessimistisch und optimistisch befassen wir uns mit Phänomenen der fortschreitenden Digitalisierung im Bezug auf unseren Lebensraum und den Umgang der Menschen mit Weltuntergangsszenarien. Dem “Disaster Management Cycle” folgend befassen wir uns mit den Phasen direkt nach und vor dem “Ende der Welt”: Reaktion, Rekonstruktion, Vorbeugung und – wir “preppen” uns für den Fall der Fälle – Bereitschaft. Wir untersuchen die Themenkomplexe “Digitalisierung” und “Apokalypse” und stellen Zusammenhänge her. Mit vollem Bewusstsein verwenden wir die seltenen Erden unserer digitale Werkzeuge und Speicher in der Cloud zum Denken, Zusammenarbeiten und Gestalten.
  • Autonomie und Spektakel II
    Gestalterische Projektarbeit
    Kurs Nr.: ID.BA.GP.06
    Semester: SS 2021

    Im Sommersemester 2021 bieten wir eine Fortsetzung des interdisziplinären Lehrformates Autonomie und Spektakel an. Der interdisziplinäre Kurs richtet sich an Studierende der Fächer Musik, Design, Kunst und Digitale Medien gleichermaßen. Die Teilnahme am Kurs ‚Autonomie und Spektakel I” ist KEINE VORAUSSETZUNG! Studierende aller Fachbereiche mit verschiedenen Schwerpunkten sind willkommen Im Kollektiv und individuell entwickeln wir Beiträge aus den Bereichen Performance, Musik/Sound, interaktive Installation und Komposition, Skulptur, Grafikdesign/Typografie, 3D, Film, Produktdesign, temporäre Architekturen für ein 10.000 qm großes Areal rund um das E-Werk in Luckenwalde, südlich von Berlin gelegen. Das Kohlekraftwerk aus dem Jahr 1913, wurde 2017 von "Performance Electrics", einer Künstler*innengruppe, zu einem internationalen Kunst- und Energiezentrum umgebaut und erzeugt heute wieder mittels erneuerbaren Energien Strom. www.kunststrom.com Wir werden im Kurs ebenfalls Energie generieren und speisen sie ein: ins elektrische, gesellschaftliche und soziale Netz – zapfen an, entladen und laden auf. Wir verwandeln das verschachtelte Maschinenhaus in einen interaktiven Klangdom und bespielen die große Turbinenhalle und eine geodätische Kuppel im Außenbereich. In einem alten Trafohäuschen, das heute die Küche beherbergt, versorgen wir uns selbst. Auf dem großen Gelände schlagen wir unsere Zelte und Behausungen auf. Wir beschäftigen uns mit Fragen nachhaltiger Energie, Koexistenz und Kollaboration: Wie kann ein autonomes Leben und künstlerisches Arbeiten im neoliberalen Spätkapitalismus aussehen? Rückzug oder Beschleunigung, Dynamik oder Stille, Lärm oder Flüstern, Spektakel oder subversives sich-Entziehen aus Leistungsdruck und Druck zur Sichtbarkeit? In diesem Kurs wollen wir daher auch die Frage nach neuen Gemeinschaften vor dem Hintergrund der Pandemie in progressiver Form, wie beispielsweise den “Commons”, diskutieren. Kooperationen mit Prof. Alexander Sahoo und Prof. Oliver Niewiadomski sowie Prof. Kilian Schwoon und weiteren Kolleg*innen aus beiden Fachbereichen werden angestrebt. Falls Präsenzlehre im Freien und Exkursionen möglich sein werden, planen wir eine einwöchige [b]Summer School [/b]in Luckenwalde, die eigenverantwortlich und in Online-Treffen vorbereitet wird. Für den Fall, dass der Kurs ausschließlich online stattfinden kann, erarbeiten wir gemeinsam ein asynchrones Online-Format um ein digitales Modell des E-Werks herum, welches dann digital bespielt wird. In jedem Fall sollen die entstehenden Arbeiten künstlerisch und in Form von kurzen Videos protokolliert, dokumentiert und für eine öffentliche Darstellung aufbereitet werden. Das Format dieser Präsentation entwickeln wir im Kollektiv. Dieser Kurs besteht zu — 30% aus inhaltlicher Recherche und Organisation, — 40% Konzeption und künstlerisch gestalterischer Arbeit und zu — 30% aus künstlerischer Dokumentation/Präsentation.

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