Prof. Raphael Sbrzesny

Er unterrichtet mit den Schwerpunkten Sound, Performance und Konzept
© J. L. Diehl

Professur für Kreation und Interpretation (Sound, Performance, Konzept)

Musik + Kunst und Design
Aktuelle Kurse

  • my home, my castle, my grave, my cave
    Gestalterische Projektarbeit
    Kurs Nr.: ID.BA.KP.05
    Semester: SS 2021

    my home, my castle, my grave, my cave Versuche über die Geschichte eines Ortes Interdisziplinäres Lehrprojekt in Kooperation mit dem Kunstverein Wilhelmshöhe/ Ettlingen Auf Einladung des Kunstvereins Wilhelmshöhe/Ettlingen, in der Nähe von Karlsruhe gelegen, wollen wir uns mit der wechselvollen Geschichte dieses Ortes beschäftigen. Das ehemalige Kurhotel wurde während des Dritten Reiches als Olympiastützpunkt genutzt, war ein Jugend- und Erholungsheim und ist heute ein Künstlerhaus, welches über wunderschöne Ausstellungsräume verfügt. Die unterschiedliche Nutzung des Hauses spiegelt zahlreiche Themen wider, die auch für unsere Zeit von Bedeutung sind: Wie kann die Idee eines Kurhotels in einer Zeit der Pandemie aktualisiert werden, in der wir sowohl mit Erschöpfung und Überanstrengung konfrontiert sind und gleichzeitig eine besondere Form der Achtsamkeit untereinander wichtig ist? Welche Rolle spielen heute Sport, Aktivität und Flexibilität in einer Gesellschaft, in der Leistung, ‚das bloße Funktionieren‘ und ‚Public Health‘ an erster Stelle stehen? Wie erziehen wir unsere Kinder und welche Gesellschaftsform imaginieren wir dabei? Stimmen die Versprechen des lärmenden Chores aus den frühen 90‘er Jahren noch, der von Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung erzählt und wie stellen wir uns das Künstlerhaus der Zukunft vor? Künstlerische und gestalterische Medien und Darstellungsformen können Installation oder diskursive und performative Formate sein und reichen von Musik über Film, Skulptur und Intervention.
  • MADRIGAL: Performing the Public Space
    Seminar
    Kurs Nr.: IntL.02
    Semester: SS 2021

    Interdisziplinäres Lehr- und Kooperationsprojekt zwischen dem Fachbereich Musik und Kunst/Design, offen für Studierende aus Musik, Integriertem Design, Digitalen Medien und Freier Kunst Das Madrigal ist eine mehrstimmige (polyphone), weltliche Liedform, welche Komponist*innen die Möglichkeit bot, sich unabhängig von der dominierenden und stark formalisierten geistlichen Musik freier zu entfalten. In Italien entstanden und besonders im 16. und 17. Jahrhundert populär, konnten im Madrigal eine Vielzahl unterschiedlicher weltlicher Themen verhandelt, lautmalerische Effekte eingesetzt und neue Aufführungsformen entwickelt werden. Das Madrigal kann als eine Form der Hinwendung zur Welt verstanden werden und für uns heute von besonderer Bedeutung sein, wenn wir über den fragil gewordenen öffentlichen Raum, Teilhabe und eine mögliche Wiedereröffnung des städtischen Raumes vor dem Hintergrund der Pandemie nachdenken. Wir erarbeiten unter Einhaltung der Hygienebestimmungen ein Konzept für ein Konzertformat im Stadtraum von Bremen. Ziel ist es, eine geführte Radtour zu organisieren, die Halt macht an einzelnen Stationen, an denen musikalische und performative Miniaturen aufgeführt werden. Repertoire aus der Alten Musik soll genauso zur Aufführung kommen, wie neu entwickelte, freie Liedformen, eigene Performances, Texte, Aktionen, Kompositionen und Live-Elektronik. Das Lehrformat ist als Fortführung des Kurses ‚Sound und System‘ aus dem Wintersemester 2020/21 konzipiert und baut auf zentrale Fragestellungen der dort entwickelten Themen rund um Urban Games, Playgrounds, Soundsysteme im öffentlichen Raum und Intervention auf. Eine vorausgegangene Teilnahme am Kurs ‚Sound und System‘ ist jedoch keine erforderliche Bedingung zur Teilnahme an ‚Madrigal Performing the Public Space‘. Alle interessierten Studierenden sind willkommen! Eine Kooperation mit der Arbeitsgruppe Mode und Prof. Kai Lehmann, die sich mit alternativen Konzepten für die Präsentation von Mode beschäftigt, ist ebenso angestrebt wie eine Kooperation mit der Alten Musik und Prof. Mechthild Karkow, Prof. Dr. Barbara Stiller und weiteren Kolleg*innen aus beiden Fachbereichen.
  • KREATION und KONZEPTION (One to One)
    Seminar
    Kurs Nr.: IntL.01
    Semester: SS 2021

    Du arbeitest an einem individuellen künstlerischen oder gestalterischen Projekt und benötigst jemanden der mit anderen, vielleicht frischen Augen auf dein Material schaut? Input und Rückmeldung gibt? Mit dir Ideen weiterentwickelt und dich konzeptionell unterstützt? Du siehst den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr und willst aber sensibel bleiben für die Maserung eines einzelnen Stammes? Du zerreibst dich zwischen Onlinelehre und Verausgabung im Digitalen Raum und wünschst dir eine persönliche Begegnung im physischen Raum um mit deiner Arbeit weiter zu kommen? Dann ist dieses offene Lehrformat vllt hilfreich für dich. Wir arbeiten individuell und offen an der Stelle, die dir Kopfzerbrechen bereitet und aktivieren die Energien der ‚polyphonen Intelligenz‘. Diese bisher noch wenig erforschte Kraft kann als nachhaltige Ressource und Rohstoff für den Lehralltag verstanden werden und inspiriert Lehrenden wie Lernenden gleichermaßen.
  • Hauptfach Elementare Musikpädagogik
    Gruppenunterricht
    Kurs Nr.: M3-A2010
    Semester: SS 2021

    Künstlerische Praxis EMP: Arbeit mit unterschiedlichen Gestaltungskonzepten, Improvisationsanleitungen und außermusikalischen Zugangsweisen
  • Hauptfach Elementare Musikpädagogik
    Gruppenunterricht
    Kurs Nr.: M3-A2010
    Semester: WS 2021/22

    Künstlerische Praxis EMP: Arbeit mit unterschiedlichen Gestaltungskonzepten, Improvisationsanleitungen und außermusikalischen Zugangsweisen
  • Körper, Tanz, Protest
    Gestalterische Projektarbeit
    Kurs Nr.: ID.BA.IP.10
    Semester: WS 2021/22

    In diesem Lehrformat entwickelt ihr eigene Projekte an der Schnittstelle von Klang, Performance, Tanz und öffentlichem Raum. Ihr entwickelt eigene Musik und Sounds, Kostüme, Filmarbeiten, Skulpturen oder ein Bühnenbild. Dabei definieren wir das Potential von Design, Kunst und Musik in einem offenen Sinne als Möglichkeit, sozialen Raum insgesamt zu gestalten und fragen nach Möglichkeiten der Teilhabe an politischen Prozessen, in denen performative Künste und die dabei auftretenden Körper und Stimmen eine zentrale Rolle  spielen. Zu Beginn des Semesters machen wir eine Exkursion zu GLOBAL GROOVE ins Museum Folkwang in Essen und lernen anhand von Fotografien, Gemälden, Skulpturen, Filmen und Performances eine Tanzgeschichte des ‚künstlerischen Kontakts zwischen den Kulturen Ost und West‘ kennen. Außerdem beschäftigen wir uns mit ausgewählten Texten des künstlerisch-wissenschaftlichen Graduiertenkollegs: ‚Versammlung und Teilhabe: Urbane Öffentlichkeiten und performative Künste‘ und dem ‚Manifest der künstlerischen Forschung‘, welches das Potenzial und die Radikalität einer forschenden Kunst betont. Ziel ist, dass ihr einen Einblick in aktuelle Diskurse bekommt, wie mit den Mitteln der Künste eine besondere Form des Wissens oder Denkens entstehen kann, um dann mit diesem Input eure eigenen, individuellen Praxisprojekte zu entwickeln.
  • Der Lauf der Dinge
    Workshop / Techn. Einweisung
    Kurs Nr.: ID.BA.EG1.54
    Semester: WS 2021/22

    Das diesjährige Thema für die Erstsemesterworkshops lautet: Komisch. Nach eineinhalb Jahren Ausnahmezustand bedingt durch die Pandemie wissen wir, dass manchmal eine gute Prise Humor hilft, um Woche zu Woche in einem von immer neuen Regeln beherrschten Alltag zu bestehen. Vorausgesetzt natürlich, größere Sorgen um Gesundheit blieben einem erspart. Das Künstlerduo Fischli und Weiss zeigte in ihrem Meisterwerk: ‚Der Lauf der Dinge‘ von 1987 was passiert, wenn kein Stein mehr auf dem anderen bleibt: https://vimeo.com/463685768 In einem Parcours aus Alltagsgegenständen, gefundenen Dingen und selbstgebauten Apparaturen purzelten die Blechdosen, Fahrradschläuche und Autoreifen, loderten Stichflammen und kippten Badewannen. Diese in unzähligen Werbeclips und Musikvideos kopierte Filmarbeit soll uns als Referenz für eine Installation dienen, die wir im Atelier in der HfK gemeinsam erarbeiten wollen. Zentral soll dabei auch Sound und Musik Verwendung finden. Wir verwandeln die HfK in einen Parcours der erschwerten Bedingungen, den wir am Ende des Workshops in einer Ausstellung einem kleinen Publikum öffnen wollen. An alle Bastler*innen und Tüftler*innen, an alle Träumer*innen und Schrauber*innen: Dieser Kurs wird Spaß machen. Wer jetzt noch ein Instrument spielt, sich für Theater, Performance oder Bühnenbild interessiert, ist hier richtig. Für alle, die das erst noch kennenlernen wollen: IHR SEID WILLKOMMEN! Dieser Kurs ist offen für alle. Voraussetzung: Bock auf Akkuschrauber und Stichsäge und keine Angst vor 20 Stapeln Dachlatten.
  • LABOR: KREATION und KONZEPTION (One to One & Plenum)
    Seminar
    Kurs Nr.: IntL.01
    Semester: WS 2021/22

    Du willst an einem individuellen künstlerischen oder gestalterischen Projekt arbeiten und benötigst jemanden, der mit anderen Augen auf Dein Material schaut? Input und Rückmeldung gibt? Mit Dir Ideen weiterentwickelt und Dich in der Konzeption unterstützt? Du hast ein Projekt, das aufgrund der schwierigen Bedingungen im letzten Jahr noch nicht verwirklicht wurde und das Du wieder in Angriff nehmen willst? Du hast nach Onlinelehre und digitalen Lehrangeboten den Wunsch, in Präsenz an Deinen Projekten zu arbeiten? Dann ist dieses offene Lehrformat hilfreich für Dich. Wir arbeiten individuell und konzentriert an der Stelle, die Dir Kopfzerbrechen bereitet.
  • URBANPUNK: Musique d’ameublement
    Gestalterische Projektarbeit
    Kurs Nr.: ID.BA.IP.09
    Semester: SS 2022

    In diesem Kurs entwickeln wir musikalische Aktionen, Performances und Musikinstrumente für den Gemeinschaftsgarten der HfK Bremen. Im Wintersemester sind in einem Kurs bei Prof. Alexander Sahoo Möbel für den Gemeinschaftsgarten entstanden, die wir nun zu Instrumenten und Klangkörpern erweitern und umbauen wollen. Zentrum unseres Kurses ist die These, dass der Garten ein Ort der Subversion und des Rückzugs sein kann und sich herrschaftsikonografischen Zuschreibungen durch Verwilderung entzieht. Unsere Konzeption des Gartens kann als Gegenentwurf der historischen Idee eines architektonisch angelegten Gartens verstanden werden, der einzig zur Inszenierung eigener Machtansprüche beispielsweise am Hofe des Königs diente. [u]Kopieren und Abschreiben als kreative Techniken[/u] Im Zentrum unserer Herangehensweise an Musik für den Gemeinschaftsgarten stehen kreative Techniken, die im konventionellen schulischen Kontext eigentlich nicht erlaubt sind:  das Abschreiben und Kopieren. In künstlerischen Kontexten hingegen kann das Wiederholen von schon bestehenden Performances, Vorbildern, Musik und Kunstwerken als Appropriation Art eine Praxis der Aneignung und Neuinterpretation sein, in dem sich nicht zuletzt marginalisierte Gruppen und verdrängter Stimmen Gehör verschaffen und sich politisch behaupten. Grundsätzlich gehen wir dabei davon aus, dass jede Form der Wiederholung Differenz erzeugt und die Rahmenbedingungen und Kontexte, in denen wir agieren, verschiebt. In der Musik kennen wir die Stilkopie als eine Übung, die eher neutral und anders als die Parodie oder das Plagiat, sogar wertschätzend versucht, eine Musikepoche oder eine/n Komponist*in möglichst authentisch nachzuahmen.
  • Werkschau II – Vorbereitung und Lernwerkstatt
    Prüfung
    Kurs Nr.: ID.BA.BA LW1
    Semester: SS 2022
  • Performing Violence - Körper Tanz Protest II (Spezielle Gebiete der Digitalen Medien (MG))
    künstl.- prakt. Unterricht
    Kurs Nr.: DM.B-MA-2 (MG)
    Semester: SS 2022

    In diesem Kooperationsprojekt mit Studierenden aus dem Fachbereich Musik und Kunst/Design erarbeiten wir gemeinsam eine Performance, Installation und eigene Musik. Im Zentrum steht ein kritisches Hinterfragen heteronormativer Formen von Gewalt, die wir strukturell an eine Erzählung des einsamen, genialen, meist männlichen Künstlergenies gekoppelt sehen. Wir wollen dabei das Werk dreier Komponisten kritisch hinterfragen und aufführen, die nicht nur aufgrund ihres reichen musikalischen Schaffens in die Musikgeschichte eingingen, sondern auch als Mörder und Gewalttäter. In fast allen Fällen wurden die Männer aufgrund ihres Status als Adlige oder Angehörige der Oberschicht nicht zur Rechenschaft gezogen. Die Strukturen der heutigen Leistungsgesellschaft diskutieren wir dabei als toxisch in dem Sinne, dass wir alle aufgerufen sind, durch Flexibilität, Schlagfertigkeit, Cleverness und Leistung unsere Biografien und Arbeitsweisen zu modellieren. Der Logik des Survival of the fittest setzen wir einen Chor der Verwundeten entgegen.
  • Rethinking: Musik und Installation- Reopening the Building
    künstl.- prakt. Unterricht
    Kurs Nr.: IntL.05
    Semester: SS 2022

    Wie lassen sich neue musikalische Formen und Formate jenseits des Konzerts präsentieren? In diesem Kurs wollen wir uns mit immersiven und partizipativen Musikformaten beschäftigen, welche die Kreation von Musik, außerhalb einer Arbeitsteilung zwischen Komponist*innen, Musiker*innen und Dirigent*innen zum Ziel haben. Im Zentrum stehen die Konzepte des neuen Festivals „Musik Installationen Nürnberg“ mit dem wir auch kooperieren. Das Festival versucht sich durch eine inhaltliche und strukturelle Öffnung an eine breite Bevölkerungsschicht zu wenden und versteht sich als inklusiv und gegen Klassismus. Mittels acht musikalisch-performativer Installationen an verschiedenen Orten in Nürnberg versucht das Festival den Dialog mit Stadt und Bevölkerung zu ermöglichen. Während des Seminares beschäftigen wir uns mit zentralen Fragen, die in Vorbereitung und rund um das Festival entstehen und entwickeln eine performativ-musikalische Intervention für das Festival in Nürnberg. [u]Zum Festival:[/u] In Nürnberg entwickeln der Komponist Wojtek Blecharz und die Performance-Künstlerin Vala T. Foltyn beispielsweise ein Klangritual für das ehemalige Reichsparteitagsgelände und setzen sich mit NS-Widerstandskämpferinnen aus Kraków auseinander. Unter dem Titel „Cruising Nürnberg“ organisiert das Kollektiv Creamcake eine Schifffahrt mit Performances, Konzerten und Installationen oder die Künstlerinnen Göksu Kunak und Astrit Ismaili entwickeln eine immersive Performance-Installation, die sich mit der Verinnerlichung westlicher Klischees in nicht-westlichen Popmusik-Kontexten auseinandersetzt.(vgl.: auch [url]https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/de/projekte/musik_und_klang/detail/musik_installationen_nuernberg.html?fbclid=IwAR07iVjayZoSwXcIY8_CN78ikT7wdoJL0LxLGIooaKFQLZnoCjFAvq8Sask&cHash=0c1194fc5b7e5ea7aef21911c53537ce[/url])
  • RECOMPOSING BIOPOLIS
    künstl.- prakt. Unterricht
    Kurs Nr.: IntL.06
    Semester: SS 2022

    Interventionen zwischen Fragilität und Krise Performanceprojekt in Kooperation mit der Villa Romana in Florenz Blockveranstaltung/ Summerschool: 13. Juni- 18. Juni 2022 in Florenz   Das interdisziplinäre Seminar beschäftigt sich mit Strategien der performativen und musikalischen Rückeroberung des öffentlichen Raumes und stellt Fragen nach Gemeinschaft und Berührung in Zeiten einer globalen Pandemie. Um das nackte Leben (Agamben) zu sichern, wurde Distanz zu halten zu einem zentralen Gebot gesellschaftlichen Lebens. Historisch stehen die performativen, experimentellen Künste für ein Auflösen und in Frage stellen künstlich geschaffener Grenzen zwischen Performer*innen und Publikum, Leben und Institution und für eine beinahe demokratische Form der Co-autorschaft von Zuschauer*innen und Akteuren an einer gemeinsamen Aufführung. Welche Kraft haben die Künste in Zeiten der Vereinzelung des Individuums und einem Verschwinden öffentlicher Räume, in denen eine Form der Communitas (Gemeinschaft) nur unter dem Zeichen der Immunisierung (Immunitas) möglich ist? Im Rückgriff auf Philosophen der Italian Theory wie Roberto Esposito, Giorgio Agamben, Machiavelli oder Gramsci diskutieren wir Begriffe wie Krise, Konflikt, Dispositiv, Sabotage, Gemeinschaft und öffentlicher Raum, um diese direkt in performative Miniaturen in den Straßen von Florenz zu übersetzen und aufzuführen. Ziel ist eine enge Verzahnung zwischen Theorie und Praxis, Philosophie und Kunst, kritischer Theorie und Performance, Musik, Design und Kunst. Wir zelten für 5 Tage im Garten der Villa Romana, entwerfen dort eine Summerschool, lesen Texte, machen Workshops und bereiten eine Performance im öffentlichen Raum vor.
  • Eine Welt, in der das Wünschen wieder hilft
    Workshop / Techn. Einweisung
    Kurs Nr.: ID.BA.EG1.24
    Semester: WS 2022/23

    Du interessierst dich für Performance? Du fragst dich was Performance mit Design zu tun hat? Du fragst dich wo es Verbindungslinien zwischen Kunst und Design gibt? Du willst werden, wer du sein willst? In diesem Kurs beschäftigen wir uns mit den Grundpotentialen des Performativen. Wir gehen davon aus, dass nicht nur Erziehung, Familie und Schule, sondern auch Sport, Medien, Werbung und (Kultur-) Industrie gesellschaftliche Zuschreibungen für Geschlecht und Identität definieren. Diese Zuschreibungen sind nicht einfach da, sondern werden normativ durch Wiederholung und Einübung im Sozialen hervorgebracht. Wenn dieses normative Einüben von bestimmten Rollenbildern und Denkweisen durch Handlungen performativ passiert, können wir durch andere, eigenständige, unkonventionelle Aktionen und Handlungen auch jemand anderes werden, anders zu denken beginnen, uns verwandeln und uns eine Welt vorstellen, in der das Wünschen wieder hilft. Do it, but do it hardcore (*eingefleischt, stur, unbelehrbar, unverbesserlich)
  • Against toxic Masculinity/body images
    künstl.- prakt. Unterricht
    Kurs Nr.: IntL.05
    Semester: WS 2022/23

    In diesem interdisziplinären Lehrformat wollen wir ein Bühnenbild aus raumgreifenden Malereien entwickeln, welches im Anschluss von Musiker*innen, Künstler*innen, Gestalter*innen und Studierenden der Digitalen Medien performativ aktiviert wird. Im Zentrum steht die Frage nach verschiedenen Körperkonzepten und Identitäten, die Diversität abseits klassischer Rollenmuster und geschlechtlicher Zuschreibung ermöglicht. Wir untersuchen die These, dass eine Auflösung des klassischen Bühnenraumes andere, nicht-binäre Körper- und Identitätsentwürfe nicht nur zulässt, sondern auch fordert. Der Arbeitstitel Against toxic Masculinity spielt dabei auf Susan Sontags Essay Against Interpretation an, in dem sie 1966 forderte, Kunstwerke nicht nach vorgegeben Interpretations- und Bedeutungsschemata zu beurteilen, sondern deren sinnliche Qualität ins Zentrum der Betrachtung zu rücken. Ähnlich zu Sontags Ansatz erhoffen wir uns mit den Mitteln der Künste andere Identitäts- und Subjektivierungsformen jenseits vorgegebener Muster und Bedeutungszuschreibungen zu ermöglichen. Neben einer Installation aus Malereien und großen Leinwänden, könnten wir uns sehr gut eine Erweiterung des Bildraumes ins Digitale hinein, z.B. auch mit Animationen, vorstellen und streben eine Kooperation mit den Kolleg*innen von We dig it und Studierenden der Digitalen Medien an. Performer*innen die ausgestattet mit 360-Grad- und Bodycameras außerdem In-Ear Mikrofonen für einen Spatialsurround Sound durch den analogen Raum aus Malereien wandern und im Digitalen weitere Räume bespielen und eröffnen. Ziel ist es in einem gemeinsamen Projekt Studierende der Musik und Kunst/Design zusammen zu bringen. Im Zentrum steht ein offener Arbeitsprozess, der neben einem kritischen Hinterfragen klassischer Bühnen- und Rollenverhältnisse im Musik-, Kunst- und Theaterbetrieb neue, spielerische Körper-, Raum- und Zeitverhältnisse ermöglicht. Wir gehen davon aus, dass das Medium der Malerei dabei eine zentrale Rolle spielen kann, neue, imaginäre, phantastische Räume zu schaffen. Ort für eine Realisierung des Projektes könnten die neuen multifunktionalen Hallen der HfK oder ein Raum in der Innenstadt, beispielsweise eine leerstehende Apotheke sein (Verhandlungen mit der Stadt dazu laufen.) Was wir erwarten: verbindliche Mitarbeit, eigenständiges Arbeiten, Engagement bei der Realisierung der gemeinsamen Performance/ Bühne, Offenheit gegenüber anderen Medien, Ideen, Konzepten und Vorstellungen.
  • Musik und Straße - Karneval der Nervösen II
    künstl.- prakt. Unterricht
    Kurs Nr.: DM.B-MA-2 (MG)
    Semester: WS 2022/23

    Dieser Kurs richtet sich an Studierende der Digitalen Medien, des Designs, an Musiker*innen und Künstler*innen. In diesem interdisziplinären Workshop wollen wir uns mit der Verbindung von Musik und Straße beschäftigen. Die Straße diskutieren wir dabei als Ort des Protestes, des Widerstandes, als öffentlicher Ort, als sozialer Ort und als Ort, der in den letzten Jahren immer mehr auch von antidemokratischen, neurechten und konservativen Kräften besetzt wurde. Musik und Sound wollen wir kritisch als Medien untersuchen, mit denen Orte definiert und gezielt Menschen ausgegrenzt werden (Sonic weapons bei Demonstrationen, Hochfrequenztöne zur Verteidigung von Privatbesitz und kommerziellen Zonen usw) wie auch als Medien, mit denen Gemeinschaft hergestellt und soziale Trennungen aufgehoben werden können. Dem Karneval als spezifischem Ausnahmezustand auf der Straße kommt dabei eine besondere Rolle zu, da sich eine große Gruppe Menschen nicht nur im Stadtraum bewegt, sondern auch Charaktere, Kostüme, Figuren, Texte, Zünfte (eine Gemeinschaft) auftauchen und eigene Lieder und Musik gespielt wird. Karneval soll dabei nicht im hedonistischen Sinne verstanden werden, sondern vor allem als Praxis der Ermächtigung und Einnahme der Straße als Ort für alle.
  • One to One: Please don’t Stop the Music
    künstl.- prakt. Unterricht
    Kurs Nr.: IntL.09
    Semester: WS 2022/23

    -Installation, Sound, Konzept -künstlerische und gestalterische Praxis -Musik als experimentelle Praxis -Klangskulpturen -klingende Körper -Körper als Instrument -Portfolio Feedback Einzelmeetings Du arbeitest an einem eigenen Projekt in welchem Medium auch immer? Du brauchst Feedback und Resonanz? Du machst Performances, Filme oder Installationen, arbeitest mit Skulptur oder Sound? Nimm Kontakt auf und arbeite individuell mit mir an deinen Projekten, Arbeiten, Konzepten und Portfolio.

Vita

Raphael Sbrzesny (* 1985 in Oberndorf a.N., lebt und arbeitet in Berlin) studierte Freie Kunst, Bildhauerei, klassische Musik, Schlagzeug, experimentelles Musiktheater und Theorie in Stuttgart, München, Bern und Paris.

Seit Wintersemester 2018/2019 ist er Professor für Kreation und Interpretation mit den Schwerpunkten Sound, Performance und Konzept an der Hochschule für Künste Bremen und gehört dort sowohl dem Fachbereich Kunst/ Design, als auch dem Fachbereich Musik an.

Sbrzesny arbeitet in den Medien Performance, Video, Installation und Skulptur und erhielt zahlreiche Stipendien. U.a. Landesgraduiertenstipendium und das Arbeitsstipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg (2014–2016), ein Stipendium für das Bundesatelier in der Cité Internationale des Arts Paris sowie das Karl Schmidt-Rottluff Stipendium für Bildende Kunst 2016. Von 2014–2016 arbeitete er mit einem Postgraduiertenstipendium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart zusammen mit Felix Ensslin an einem künstlerisch-wissenschaftlichen Forschungsvorhaben mit dem Titel Das Material des Anderen im Eigenen – Übungen zu einer Ästhetik der Interpretation. In den vergangenen Jahren entwickelte er eine Vielzahl von Figuren, um die herum jeweils komplexe Raumanordnungen aus Skulpturen, Objekten, Videos und Performances entstanden sind. Zentral ist dabei die Idee, Skulptur performativ zu denken. Tragbare, bespielbare Körper, die zum Instrument werden, Referenzen zu Theater, Bühnenbild und Kostüm und eigene Texte verdichten sich in multimedialen Installationen. 2016 war er für den Columbus-Förderpreis für aktuelle Kunst, 2017 für den Großen Hans Purrmann Preis und die Shortlist für den Kunstpreis junger Westen sowie 2019 für die Longlist für den Preis der Nationalgalerie nominiert. 2017 war er Fellow an der Akademie Schloss Solitude.

Raphael Sbrzesnys Arbeiten werden in Gruppen- und Einzelausstellungen national und international gezeigt, unter anderem im Maxim Gorki Theater Berlin, in der Staatsgalerie Stuttgart, im Rahmen der Videonale.15 Bonn, im Grassi Museum für angewandte Kunst, Leipzig, auf der Internationalen Triennale Kleinplastik Fellbach, im Projektraum im Kunstwerk Köln, im Rahmen der Open Studios der Villa Romana, Florenz, Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, im HAUS DER KUNST München, ECLAT Festival Neue Musik in Stuttgart, in den Kunst-Werken Berlin sowie zuletzt in der Kunsthalle Düsseldorf und im Haus am Waldsee Berlin.

Mehr zu Raphael Sbrzesny hier.

Projekte (Auswahl)

  • Autonomie und Spektakel zusammen mit Paul Steinmann
  • FRAGILE zusammen mit Bettina Pahn und Detlef Bratschke
  • Interpret*innenkammer (Realisierung der Wabe: Lucas Schmidt)

Alle Bilder sind während Lehrprojekten an der HfK Bremen entstanden.
Fotos: Verena Gillhaus, Lukas Klose, J. L. Diehl, Raphael Sbrzesny

Suchen in der bisherigen HfK Webseite (nicht im HfK2020 Lab!)