Prof. Raphael Sbrzesny

Er unterrichtet mit den Schwerpunkten Sound, Performance und Konzept
© J. L. Diehl

Professur für Kreation und Interpretation (Sound, Performance, Konzept)

Musik + Kunst und Design
Aktuelle Kurse

  • my home, my castle, my grave, my cave
    Gestalterische Projektarbeit
    Kurs Nr.: ID.BA.KP.05
    Semester: SS 2021

    my home, my castle, my grave, my cave Versuche über die Geschichte eines Ortes Interdisziplinäres Lehrprojekt in Kooperation mit dem Kunstverein Wilhelmshöhe/ Ettlingen Auf Einladung des Kunstvereins Wilhelmshöhe/Ettlingen, in der Nähe von Karlsruhe gelegen, wollen wir uns mit der wechselvollen Geschichte dieses Ortes beschäftigen. Das ehemalige Kurhotel wurde während des Dritten Reiches als Olympiastützpunkt genutzt, war ein Jugend- und Erholungsheim und ist heute ein Künstlerhaus, welches über wunderschöne Ausstellungsräume verfügt. Die unterschiedliche Nutzung des Hauses spiegelt zahlreiche Themen wider, die auch für unsere Zeit von Bedeutung sind: Wie kann die Idee eines Kurhotels in einer Zeit der Pandemie aktualisiert werden, in der wir sowohl mit Erschöpfung und Überanstrengung konfrontiert sind und gleichzeitig eine besondere Form der Achtsamkeit untereinander wichtig ist? Welche Rolle spielen heute Sport, Aktivität und Flexibilität in einer Gesellschaft, in der Leistung, ‚das bloße Funktionieren‘ und ‚Public Health‘ an erster Stelle stehen? Wie erziehen wir unsere Kinder und welche Gesellschaftsform imaginieren wir dabei? Stimmen die Versprechen des lärmenden Chores aus den frühen 90‘er Jahren noch, der von Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung erzählt und wie stellen wir uns das Künstlerhaus der Zukunft vor? Künstlerische und gestalterische Medien und Darstellungsformen können Installation oder diskursive und performative Formate sein und reichen von Musik über Film, Skulptur und Intervention.
  • MADRIGAL: Performing the Public Space
    Seminar
    Kurs Nr.: IntL.02
    Semester: SS 2021

    Interdisziplinäres Lehr- und Kooperationsprojekt zwischen dem Fachbereich Musik und Kunst/Design, offen für Studierende aus Musik, Integriertem Design, Digitalen Medien und Freier Kunst Das Madrigal ist eine mehrstimmige (polyphone), weltliche Liedform, welche Komponist*innen die Möglichkeit bot, sich unabhängig von der dominierenden und stark formalisierten geistlichen Musik freier zu entfalten. In Italien entstanden und besonders im 16. und 17. Jahrhundert populär, konnten im Madrigal eine Vielzahl unterschiedlicher weltlicher Themen verhandelt, lautmalerische Effekte eingesetzt und neue Aufführungsformen entwickelt werden. Das Madrigal kann als eine Form der Hinwendung zur Welt verstanden werden und für uns heute von besonderer Bedeutung sein, wenn wir über den fragil gewordenen öffentlichen Raum, Teilhabe und eine mögliche Wiedereröffnung des städtischen Raumes vor dem Hintergrund der Pandemie nachdenken. Wir erarbeiten unter Einhaltung der Hygienebestimmungen ein Konzept für ein Konzertformat im Stadtraum von Bremen. Ziel ist es, eine geführte Radtour zu organisieren, die Halt macht an einzelnen Stationen, an denen musikalische und performative Miniaturen aufgeführt werden. Repertoire aus der Alten Musik soll genauso zur Aufführung kommen, wie neu entwickelte, freie Liedformen, eigene Performances, Texte, Aktionen, Kompositionen und Live-Elektronik. Das Lehrformat ist als Fortführung des Kurses ‚Sound und System‘ aus dem Wintersemester 2020/21 konzipiert und baut auf zentrale Fragestellungen der dort entwickelten Themen rund um Urban Games, Playgrounds, Soundsysteme im öffentlichen Raum und Intervention auf. Eine vorausgegangene Teilnahme am Kurs ‚Sound und System‘ ist jedoch keine erforderliche Bedingung zur Teilnahme an ‚Madrigal Performing the Public Space‘. Alle interessierten Studierenden sind willkommen! Eine Kooperation mit der Arbeitsgruppe Mode und Prof. Kai Lehmann, die sich mit alternativen Konzepten für die Präsentation von Mode beschäftigt, ist ebenso angestrebt wie eine Kooperation mit der Alten Musik und Prof. Mechthild Karkow, Prof. Dr. Barbara Stiller und weiteren Kolleg*innen aus beiden Fachbereichen.
  • KREATION und KONZEPTION (One to One)
    Seminar
    Kurs Nr.: IntL.01
    Semester: SS 2021

    Du arbeitest an einem individuellen künstlerischen oder gestalterischen Projekt und benötigst jemanden der mit anderen, vielleicht frischen Augen auf dein Material schaut? Input und Rückmeldung gibt? Mit dir Ideen weiterentwickelt und dich konzeptionell unterstützt? Du siehst den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr und willst aber sensibel bleiben für die Maserung eines einzelnen Stammes? Du zerreibst dich zwischen Onlinelehre und Verausgabung im Digitalen Raum und wünschst dir eine persönliche Begegnung im physischen Raum um mit deiner Arbeit weiter zu kommen? Dann ist dieses offene Lehrformat vllt hilfreich für dich. Wir arbeiten individuell und offen an der Stelle, die dir Kopfzerbrechen bereitet und aktivieren die Energien der ‚polyphonen Intelligenz‘. Diese bisher noch wenig erforschte Kraft kann als nachhaltige Ressource und Rohstoff für den Lehralltag verstanden werden und inspiriert Lehrenden wie Lernenden gleichermaßen.
  • Hauptfach Elementare Musikpädagogik
    Gruppenunterricht
    Kurs Nr.: M3-A2010
    Semester: SS 2021

    Künstlerische Praxis EMP: Arbeit mit unterschiedlichen Gestaltungskonzepten, Improvisationsanleitungen und außermusikalischen Zugangsweisen
  • Hauptfach Elementare Musikpädagogik
    Gruppenunterricht
    Kurs Nr.: M3-A2010
    Semester: WS 2021/22

    Künstlerische Praxis EMP: Arbeit mit unterschiedlichen Gestaltungskonzepten, Improvisationsanleitungen und außermusikalischen Zugangsweisen
  • Körper, Tanz, Protest
    Gestalterische Projektarbeit
    Kurs Nr.: ID.BA.IP.10
    Semester: WS 2021/22

    In diesem Lehrformat entwickelt ihr eigene Projekte an der Schnittstelle von Klang, Performance, Tanz und öffentlichem Raum. Ihr entwickelt eigene Musik und Sounds, Kostüme, Filmarbeiten, Skulpturen oder ein Bühnenbild. Dabei definieren wir das Potential von Design, Kunst und Musik in einem offenen Sinne als Möglichkeit, sozialen Raum insgesamt zu gestalten und fragen nach Möglichkeiten der Teilhabe an politischen Prozessen, in denen performative Künste und die dabei auftretenden Körper und Stimmen eine zentrale Rolle  spielen. Zu Beginn des Semesters machen wir eine Exkursion zu GLOBAL GROOVE ins Museum Folkwang in Essen und lernen anhand von Fotografien, Gemälden, Skulpturen, Filmen und Performances eine Tanzgeschichte des ‚künstlerischen Kontakts zwischen den Kulturen Ost und West‘ kennen. Außerdem beschäftigen wir uns mit ausgewählten Texten des künstlerisch-wissenschaftlichen Graduiertenkollegs: ‚Versammlung und Teilhabe: Urbane Öffentlichkeiten und performative Künste‘ und dem ‚Manifest der künstlerischen Forschung‘, welches das Potenzial und die Radikalität einer forschenden Kunst betont. Ziel ist, dass ihr einen Einblick in aktuelle Diskurse bekommt, wie mit den Mitteln der Künste eine besondere Form des Wissens oder Denkens entstehen kann, um dann mit diesem Input eure eigenen, individuellen Praxisprojekte zu entwickeln.
  • Der Lauf der Dinge
    Workshop / Techn. Einweisung
    Kurs Nr.: ID.BA.EG1.54
    Semester: WS 2021/22

    Das diesjährige Thema für die Erstsemesterworkshops lautet: Komisch. Nach eineinhalb Jahren Ausnahmezustand bedingt durch die Pandemie wissen wir, dass manchmal eine gute Prise Humor hilft, um Woche zu Woche in einem von immer neuen Regeln beherrschten Alltag zu bestehen. Vorausgesetzt natürlich, größere Sorgen um Gesundheit blieben einem erspart. Das Künstlerduo Fischli und Weiss zeigte in ihrem Meisterwerk: ‚Der Lauf der Dinge‘ von 1987 was passiert, wenn kein Stein mehr auf dem anderen bleibt: https://vimeo.com/463685768 In einem Parcours aus Alltagsgegenständen, gefundenen Dingen und selbstgebauten Apparaturen purzelten die Blechdosen, Fahrradschläuche und Autoreifen, loderten Stichflammen und kippten Badewannen. Diese in unzähligen Werbeclips und Musikvideos kopierte Filmarbeit soll uns als Referenz für eine Installation dienen, die wir im Atelier in der HfK gemeinsam erarbeiten wollen. Zentral soll dabei auch Sound und Musik Verwendung finden. Wir verwandeln die HfK in einen Parcours der erschwerten Bedingungen, den wir am Ende des Workshops in einer Ausstellung einem kleinen Publikum öffnen wollen. An alle Bastler*innen und Tüftler*innen, an alle Träumer*innen und Schrauber*innen: Dieser Kurs wird Spaß machen. Wer jetzt noch ein Instrument spielt, sich für Theater, Performance oder Bühnenbild interessiert, ist hier richtig. Für alle, die das erst noch kennenlernen wollen: IHR SEID WILLKOMMEN! Dieser Kurs ist offen für alle. Voraussetzung: Bock auf Akkuschrauber und Stichsäge und keine Angst vor 20 Stapeln Dachlatten.
  • LABOR: KREATION und KONZEPTION (One to One & Plenum)
    Seminar
    Kurs Nr.: IntL.01
    Semester: WS 2021/22

    Du willst an einem individuellen künstlerischen oder gestalterischen Projekt arbeiten und benötigst jemanden, der mit anderen Augen auf Dein Material schaut? Input und Rückmeldung gibt? Mit Dir Ideen weiterentwickelt und Dich in der Konzeption unterstützt? Du hast ein Projekt, das aufgrund der schwierigen Bedingungen im letzten Jahr noch nicht verwirklicht wurde und das Du wieder in Angriff nehmen willst? Du hast nach Onlinelehre und digitalen Lehrangeboten den Wunsch, in Präsenz an Deinen Projekten zu arbeiten? Dann ist dieses offene Lehrformat hilfreich für Dich. Wir arbeiten individuell und konzentriert an der Stelle, die Dir Kopfzerbrechen bereitet.

Vita

Raphael Sbrzesny (* 1985 in Oberndorf a.N., lebt und arbeitet in Berlin) studierte Freie Kunst, Bildhauerei, klassische Musik, Schlagzeug, experimentelles Musiktheater und Theorie in Stuttgart, München, Bern und Paris.

Seit Wintersemester 2018/2019 ist er Professor für Kreation und Interpretation mit den Schwerpunkten Sound, Performance und Konzept an der Hochschule für Künste Bremen und gehört dort sowohl dem Fachbereich Kunst/ Design, als auch dem Fachbereich Musik an.

Sbrzesny arbeitet in den Medien Performance, Video, Installation und Skulptur und erhielt zahlreiche Stipendien. U.a. Landesgraduiertenstipendium und das Arbeitsstipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg (2014–2016), ein Stipendium für das Bundesatelier in der Cité Internationale des Arts Paris sowie das Karl Schmidt-Rottluff Stipendium für Bildende Kunst 2016. Von 2014–2016 arbeitete er mit einem Postgraduiertenstipendium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart zusammen mit Felix Ensslin an einem künstlerisch-wissenschaftlichen Forschungsvorhaben mit dem Titel Das Material des Anderen im Eigenen – Übungen zu einer Ästhetik der Interpretation. In den vergangenen Jahren entwickelte er eine Vielzahl von Figuren, um die herum jeweils komplexe Raumanordnungen aus Skulpturen, Objekten, Videos und Performances entstanden sind. Zentral ist dabei die Idee, Skulptur performativ zu denken. Tragbare, bespielbare Körper, die zum Instrument werden, Referenzen zu Theater, Bühnenbild und Kostüm und eigene Texte verdichten sich in multimedialen Installationen. 2016 war er für den Columbus-Förderpreis für aktuelle Kunst, 2017 für den Großen Hans Purrmann Preis und die Shortlist für den Kunstpreis junger Westen sowie 2019 für die Longlist für den Preis der Nationalgalerie nominiert. 2017 war er Fellow an der Akademie Schloss Solitude.

Raphael Sbrzesnys Arbeiten werden in Gruppen- und Einzelausstellungen national und international gezeigt, unter anderem im Maxim Gorki Theater Berlin, in der Staatsgalerie Stuttgart, im Rahmen der Videonale.15 Bonn, im Grassi Museum für angewandte Kunst, Leipzig, auf der Internationalen Triennale Kleinplastik Fellbach, im Projektraum im Kunstwerk Köln, im Rahmen der Open Studios der Villa Romana, Florenz, Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, im HAUS DER KUNST München, ECLAT Festival Neue Musik in Stuttgart, in den Kunst-Werken Berlin sowie zuletzt in der Kunsthalle Düsseldorf und im Haus am Waldsee Berlin.

Mehr zu Raphael Sbrzesny hier.

Projekte (Auswahl)

  • Autonomie und Spektakel zusammen mit Paul Steinmann
  • FRAGILE zusammen mit Bettina Pahn und Detlef Bratschke
  • Interpret*innenkammer (Realisierung der Wabe: Lucas Schmidt)

Alle Bilder sind während Lehrprojekten an der HfK Bremen entstanden.
Fotos: Verena Gillhaus, Lukas Klose, J. L. Diehl, Raphael Sbrzesny

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