Rebekka Weihofen

Dabei legt sie den Fokus vor allem auf das analoge Arbeiten, das Entdecken, Experimentieren und Lernen am Material, vor allem aber ihr Übersetzen und Reflektieren im Prozess

Zeichnen

Kunst und Design
Aktuelle Kurse

  • Stadt der Ikonen
    Gestalterische Übung
    Kurs Nr.: ID.BA.EG2.32
    Semester: SS 2021

    Christine de Pizan – eine der ersten Frauen, die vom Schreiben leben konnte – verfasste im Jahr 1405 „Das Buch von der Stadt der Frauen“, das als eines der ersten feministischen Werke Europas gilt. Es ist ihre Antwort auf die Misogynie, die ihr, besonders in literarischen Werken, begegnete und womit sie eine langanhaltende Debatte über Geschlechterordnung entfachte. In ihrem Buch imaginiert sie eine utopische Stadt, einen Zufluchtsort für Frauen, der sie vor Anfeindungen schützen und in ihrem Selbstbewusstsein stärken soll. Die Struktur der Stadt mit ihren Bestandteilen vom Fundament bis zu den Dächern steht sinnbildlich für einen „weiblichen“ Wunschort – in dieser allegorischen Geschichte bilden verschiedenste Frauenfiguren aus Geschichte, Mythologie oder der Bibel die Bausubstanz. Der Roman wird als Grundlage dienen für eine freie, prozesshafte Auseinandersetzung mit der Zeichnung jenseits eines Illustrierens der beschriebenen Geschichte. Vielmehr geht es um eine individuelle zeichnerische Übersetzung / Aneignung von Aspekten der Erzählung und ein Erkunden der evozierten eigenen Bildwelten. Es entstehen fantasiereiche, fragmentarische, groteske Zeichnungen – hierbei seid ihr dazu angehalten, euch auf das zu fokussieren, was euch besonders reizt, interessiert, irritiert. Wie begegnen wir dem ideologischen Raum dieser über 600 Jahre alten Geschichte? Hier können Architektur und Körper eine große Rolle spielen; ebenso denkbar ist die Annäherung an ikonische Frauendarstellungen, Versatzstücke aus Mythen und historische Ereignisse. Der Kurs besteht neben viel Raum zum Zeichnen aus gemeinsamem Lesen, dem Betrachten und Besprechen von Bildern, Recherchearbeit, diversen angeleiteten Zeichenübungen sowie Phasen für Einzelgespräche oder Besprechungen in Kleingruppen. Da der Kurs erst im Mai beginnt, bitte ich euch, unbedingt am ersten Infotermin (Mi. 7.4. um 11 Uhr auf TEAMS) teilzunehmen, damit wir besprechen können, was zum Kursstart vorbereitet werden soll. Das Buch in der deutschen Übersetzung ist nur noch schwer käuflich zu erwerben – ihr werdet es in digitalisierter Form von mir bekommen.
  • How did I get here? - Grundlagen der Zeichnung
    Workshop / Techn. Einweisung
    Kurs Nr.: ID.BA.EG1.13
    Semester: WS 2021/22

    In diesem Kurs setzen wir uns damit auseinander, wie Körper in Bewegung zeichnerisch dargestellt werden können. Welche Rolle spielt Gestik, Mimik, was ist Markantes, Betonung, Überzeichnung? Welchen Ausdruck hat die Zeichnung und wie können wir das, was wir wahrnehmen, beschreiben? Ziel ist es, eine Sequenz zu zeichnen – es sollen individuelle Erzählungen entwickelt werden, die sich mit dem Thema KOMISCH befassen. Inspirieren dabei kann uns beispielsweise die tückische Umgebung und die pantomimischen Ausdrücke in Jaques Tati’s „Playtime“ (1967) oder die großartige Performance der Talking Heads im Konzertfilm „Stop Making Sense“ (1984).

Vita

Rebekka Weihofen studierte Integriertes Design an der Hochschule für Künste Bremen mit Schwerpunkt Visuelle Kommunikation und Illustration. Sie absolvierte das Studium im Jahr 2017 bei Samuel Nyholm und Mona Schieren mit ihrer Abschlussarbeit „Es ist schon 4 Uhr 60", wofür sie mit dem Frese-Design-Preis ausgezeichnet wurde. Während des Studiums war sie u. a. Mitbegründerin des Illustrations-Kollektivs Bonjour, das Siebdruckzeitungen zu verschiedenen Themen publizierte und Veranstaltungen organisierte.
Seit einigen Jahren arbeitet sie freischaffend im Bereich Grafik und Illustration mit Kund*innen aus dem Kunst- und Kulturkontext sowie an selbstinitiierten, freien und kooperativen Projekten.
Im Sommersemester 2019 veranstaltete sie die Workshops „Degenerative Design" und „Degenerative Drawing" in Kooperation mit Samuel Nyholm im Rahmen der gleichnamigen Illustrations-Kurse.
Seit dem Sommersemester 2020 ist sie als Lehrbeauftragte an der HfK tätig und unterrichtet in den Bereichen Grundlagen der Gestaltung, Gestaltungsprozesse und Professionalisierung.
Dabei legt sie den Fokus vor allem auf das analoge Arbeiten, das Entdecken, Experimentieren und Lernen am Material – Material ist hier die theoretische Auseinandersetzung mit Inhalten, vor allem aber ihr Übersetzen und Reflektieren im Prozess. Neben Werkzeugen und Arbeitsweisen spielen strukturelle Bedingungen sowie individuelle Interessen eine Rolle.
Mit diesen Parametern und ihren Wechselwirkungen möchten wir uns auseinandersetzen: sie befragen, dialogisch aushandeln, begreifen – mit ihnen gestalten und sie gestalten.

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